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Viele Kleinigkeiten verhindern die Überraschung.

Mit einer 28:34 (15:16)-Heimniederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen hat die Siegesserie des TBV Lemgo Lippe nach vier Spielen ein Ende erreicht. Dass der couragierte Auftritt seiner Mannschaft nicht mit Punkten belohnt wurde, sah TBV-Trainer Florian Kehrmann vor allem in vielen Kleinigkeiten begründet. Dennoch könnten sich die Lipper „erhobenen Hauptes“ in die kurze Länderspielpause verabschieden. Ein nimmermüder Jonathan Carlsbogård war mit neun Toren bester TBV-Schütze.

Abgesehen von den Langzeitverletzten Tim Suton, Frederik Simak und Jari Lemke konnte Kehrmann nach der Corona-Zwangspause wieder auf alle etablierten Kräfte zurückgreifen. 30 Sekunden waren gespielt, als Marcel Timm erstmals frei vor LöwenKeeper Andreas Palicka auftauchte und den Torreigen eröffnete. Nachdem die Anfangsphase zunächst pari verlief, leiteten eine doppelte Unterzahl des TBV und zwei verwandelte Siebenmeter durch Löwen-Spielmacher Andy Schmid den erstmaligen Rückstand ein. Den 4:0-Lauf der Mannheimer durchbrach schließlich Isaias Guardiola, der mit einer Energieleistung an der 6:0-Deckung vorbeizog und auf 4:5 verkürzte.

Nachdem Peter Johannesson sich einem Wurf erfolgreich entgegengestemmt hatte, verfehlte das Zuspiel von I. Guardiola an den Kreis nur knapp die Hand von Timm, der freie Bahn gehabt hätte. Stattdessen vollendeten die Gäste ihren Tempogegenstoß durch Patrick Groetzki, den die ansonsten aufmerksame TBV-Deckung im ersten Durchgang nur selten aus dem Spiel nehmen konnte. Einen deutlich schwereren Stand hatte hingegen Jannik Kohlbacher im TBV-Innenblock. Sein erstes Tor zog allerdings den ersten Drei-Tore-Rückstand für die Lipper nach sich. Die ließen sich davon jedoch nicht beirren – und setzten zur Aufholjagd an. Timm behielt erneut die Nerven vor Palicka, Bjarki Már Elísson setzte mit seinen Saisontoren 139 und 140 nach einer knappen Viertelstunde ein Ausrufezeichen zum 7:7.

Die Mannheimer legten zwar weiter vor, der TBV wusste in dieser temporeichen Phase jedoch stets eine Antwort. Nach 23 Minuten konterte der inzwischen für Andrej Kogut eingewechselte Dani Baijens einen Ballverlust der Gäste mit dem Ausgleich zum 12:12. Carlsbogård brachte seinen Mannen wenige Augenblicke später mit 13:12 wieder in Führung. Zwei Fehlwürfe brachten den Tabellendritten jedoch wieder in Front. Mit seinem zweiten Treffer zog Andreas Cederholm zunächst auf 15:15 gleich. Auf die erneute Löwen-Führung durch Lukas Nilsson hatte Elísson bereits vom Strich erfolgreich geantwortet, jedoch erst nach der Schlusssirene. Ergo: Der Strafwurf musste wiederholt werden – und diesmal blieb Palicka der Sieger. Mit dem 15:16 war jedoch eine vielversprechende Grundlage für einen spannenden zweiten Durchgang geschaffen. In diesen starteten die Lipper entschlossen, bogen das Ergebnis in den ersten drei Minuten zu ihren Gunsten um. Carlsbogård und Elísson stellten auf 17:16. In der Folge hielt Palicka sein Team mit mehreren Paraden im Spiel, die Löwen preschten mit einem Vier-Tore-Lauf wieder vor.

Auch auf das zwischenzeitliche 18:22 nach 37 Minuten, der bis dato höchsten Gästeführung an diesem Abend, hatten die Lipper eine starke Antwort: Cederholm verkürzte, Johannesson parierte den Strafwurf von Schmid, Carlsbogård keulte den Ball bei nur noch drei ausbleibenden Pässen in den Knick. Nur noch zwei hinten, 20:22. Nilsson erhöhte für die Löwen zwar, doch der TBV blieb hartnäckig. Erneut Cederholm, erneut Johannesson – und Marcel Timm sehenswert im Nachfassen stellten auf 22:23 (42.). Fallen wollte der Ausgleich in der zweiten Hälfte nicht. „Leider haben wir es dann nicht geschafft, im richtigen Moment durch überragende Abwehrarbeit zu einfachen Toren zu kommen“, fasste Kehrmann das Geschehen in der zweiten Hälfte zusammen.

Als die Schlussviertelstunde gerade angebrochen war, hatte Carlsbogård mit dem sechsten seiner insgesamt neun Tore erneut den Anschluss hergestellt. „Leider Gottes fehlte es uns am Ende an Kraft und Präzision, um die entscheidenden Bälle im Tor unterzubringen“, so Kehrmann, der mit ansehen musste, wie das „letzte Fünkchen Hoffnung“ auf zwei Punkte an diesem Abend zusehends schwand. Der EHF-Finalist baute seine Führung bis zum Schluss konsequent auf sechs Tore zum 28:34-Endstand aus. Für Kehrmann eine verdiente Niederlage, die für ihn zum Schluss dennoch etwas zu hoch ausgefallen war: „Heute hat es an Kleinigkeiten gelegen, weshalb wir dieses Spiel nicht gewinnen konnten. Dennoch kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, die wieder alles reingeschmissen hat.“

TBV Lemgo Lippe: Johannesson (9 Paraden), van den Beucken; Elísson (5/1), Kogut (1), I. Guardiola (1), Carlsbogård (9), Schagen, Timm (3), Hangstein, Zerbe (1), G. Guardiola, Cederholm (6), Geis, Reimann, Baijens (2)

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