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Nach einem 5-Tore Vorsprung zur Halbzeit wird es gegen Ende nochmal spannend.

Das tut richtig gut! Im elften Versuch nimmt der TBV Lemgo Lippe erstmals in dieser Saison beide Punkte mit auf die Heimfahrt. Lange Zeit hatten die Lipper HBW Balingen-Weilstetten fest im Griff. Zum Ende schwanden dann etwas die Kräfte, mit viel Willenskraft wurde der knappe Vorsprung jedoch über die Zeit gerettet. Durch das 26:25 (17:12) bei den Galliern klettert der TBV um zwei Plätze auf Rang zwölf. Bester Schütze der Partie war Lemgos Niederländer Dani Baijens, der dem Spiel mit sieben Toren und einem Assist seinen Stempel aufdrückte. Mit 14 Paraden hatte auch Lemgos Keeper Peter Johannesson bei seinem Ex-Klub allen Grund zum Strahlen.

Der Beginn in der Sparkassen-Arena verlief für den TBV zunächst holprig. Die variable Balinger 6:0-Deckung, vor der TBV-Trainer Florian Kehrmann im Vorfeld gewarnt hatte, machte es der Lemgoer Angriffsreihe aus dem Positionsspiel heraus zunächst schwer, in gute Wurfpositionen zu kommen. Nachdem Gedeón Guardiola zunächst den 1:2 Anschlusstreffer hergestellt hatte, luchste er im Gegenzug einem Balinger das Spielgerät ab und ebnete so Bjarki Már Elísson den freien Weg zum 2:2. Weil beide Teams zunächst nicht frei von Fehlern waren, kamen auch die Gallier zu schnellen Toren. Mit der Einwechslung von Dani Baijens erhöhte Kehrmann in der 8. Minute das Tempo im Angriff. Mit dem munter aufspielenden Niederländer gewannen die Blauen in der Offensive allmählich an jener Überzeugung, die Kehrmann vor dem Spiel gefordert hatte. Als Baijens zum 4:5 verkürzte (10.), legte Landsmann Bobby Schagen, der erneut im rechten Rückraum agierte, mit einem präzisen Wurf ins rechte Eck nach - der Ausgleich. Dem vorausgegangen war eine erneut starke Parade von Peter Johannesson, der den zweiten "Freien", diesmal gegen Balingens Kristian Beciri, parierte.

Von da an schlug das Pendel immer stärker zugunsten der Lipper aus. Lukas Zerbe und abermals Elísson per Gegenstoß besorgten die erste Zwei-Tore-Führung. Balingen zog nach einer Zeitstrafe gegen Gedeón Guardiola nach einer Viertelstunde wieder gleich, doch der Lemgoer Express kam zusehends mehr ins Rollen. Nachdem die Gäste den Vorsprung zunächst hielten, brachte Schagen seine Farben erstmals mit drei Toren in Front (22.). Balingens Einzelaktionen aus dem Positionsangriff führten nicht zum Ziel, der TBV wusste seine Überlegenheit dagegen konsequent in Tore umzumünzen: Gedeón Guardiola markierte drei Minuten vor Ende der ersten Halbzeit das 16:11. Mit der von Kehrmann in der Auszeit geforderten "vollen Pulle" bauten die Lipper ihre Führung durch ihren bis dato besten Schützen (fünf Tore, 1 Assist), Dani Baijens, noch um ein Tor zum 17:12 aus - und das ging nach 30 gespielten Minuten vollkommen in Ordnung.

Zwei Balinger Nachlässigkeiten zu Beginn des zweiten Durchgangs ließen die Führung zunächst noch weiter anwachsen, denn: Der TBV blieb offensiv zunächst geradlinig. Marcel Timm und Isaias Guardiola stellten auf 19:12. Nach der Auszeit von HBWTrainer Jens Bürkle, der von seiner Mannschaft vehement forderte, sich nun mehr zu wehren, gingen die Gallier mehr ins Risiko. Als sich die Schwaben nach 40 Minuten auf drei Tore herangekämpft hatten, zückte Kehrmann die Grüne Karte. Dass seine Mannschaft in den letzten Minuten nicht konsequent Angriff gespielt hatte, missfiel dem Lemgoer Trainer, "dadurch bringen wir sie zurück ins Spiel." Wenngleich die Hausherren knapp zehn Minuten vor dem Ende erst ein Tor gutmachen konnten (25:21), sollte sich fortan ein Spiel auf Messers Schneide entwickeln.

Vor allem einer ließ die Lemgoer Schützen ein ums andere Mal verzweifeln: HBWKeeper Mario Ruminsky, der zwei Minuten vor Schluss noch den womöglich vorentscheidenden Siebenmeter von Elísson parierte, hatte mit insgesamt neun Paraden großen Anteil daran, dass es in der Sparkassen-Arena noch einmal hochspannend wurde. "Zum Ende waren wir dann etwas müde, weil uns noch das Spiel vom Sonntag in den Knochen steckte", konstatierte Kehrmann nach Spielende am SkyMikro.

Als die 59. Spielminute gerade angebrochen war und sich HBW-Shooter Jona Schoch aus schwieriger Position ein Herz fasste, jedoch an Johannesson scheiterte, hallte ein Jubelschrei durch die Sparkassen-Arena. Beim Stand von 26:24 war klar, dass den Lippern ihr erster Auswärtssieg nicht mehr zu nehmen sein würde. Ein Sieg, der für einen sichtlich erleichterten Florian Kehrmann am Ende auch ein verdienter war: "Wir haben ab der 15. Minute sehr gut Abwehr gespielt, sind dadurch gut ins Tempo gekommen und haben das Spiel über weite Strecken bestimmt." Damit endete für den TBV auch die kleinere Durststrecke von zuvor vier Spielen ohne Sieg.

TBV Lemgo Lippe: Johannesson (14 Paraden); Elísson (5/2), Kogut, I. Guardiola (3), Carlsbogård (2), Schagen (2), Timm (1), Zerbe (3), G. Guardiola (3), Baijens (7); Hangstein, Zecher, Blaauw, Geis, Reimann

 

Quelle: TBV Lemgo Lippe

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