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Die Lemgoer verlieren in Magdeburg nach hartem Kampf mit 28:30. Tim Suton verletzt sich das Knie.

Die meiste Zeit in Führung, doch am Ende ohne Punkte: Der TBV Lemgo Lippe hat dem favorisierten SC Magdeburg im Nikolausspiel das Leben lange schwer gemacht, muss sich am Ende aber mit 28:30 (13:12) geschlagen geben. Überschattet wurde die ansehnliche Auswärtsleistung der Lipper durch einen Schockmoment in der 55. Spielminute, als Tim Suton verletzt liegenblieb und ausgewechselt werden musste.

Im ersten Durchgang brachte vor allem ein Lipper die Magdeburger Angriffsreihe in regelmäßigem Abstand zur Verzweiflung: Mit acht Paraden hatte Peter Johannesson 40 Prozent der Bälle gehalten und damit maßgeblich dazu beigetragen, dass der TBV nach 30 Minuten mit einer knappen 13:12-Führung im Rücken in die Halbzeit ging. Nachdem sich der 28-jährige Schwede zu Beginn des Spiels gleich zwei Mal auszeichnen konnte, war es Gedeón Guardiola, der den Torreigen nach etwas mehr als zwei Minuten eröffnete. Konnte der Vorjahresdritte die dreimalige Lemgoer Führung noch jeweils ausgleichen, setzte sich der in Blau spielende TBV nach zehn gespielten Minuten erstmals an diesem Nachmittag mit zwei Toren ab. Bjarki Már Elísson per Siebenmeter und Bobby Schagen stellten auf 5:3, nachdem Johannesson erst sehenswert pariert und Magdeburgs Christian O'Sullivan wenig später im Tempogegenstoß den Pfosten getroffen hatte. Die anschließende Überzahl - Schiedsrichter Jannik Otto hatte Suton zwei Finger gezeigt - nutzte der SCM, um wieder gleichzuziehen (5:5).  

Den ersten Tempogegenstoß der Begegnung vollendete Suton zur 6:5-Führung. Kurz darauf vereitelte Johannesson erst zweimal den möglichen Ausgleich, nicht so gegen Marko Bezjak. Nachdem der TBV nur Aluminium traf, besorgte Christoph Steinert die erste Magdeburger Führung. Als SCM-Rechtsaußen Daniel Pettersson den Gastgeber nach 17 Minuten erstmals mit zwei Toren in Front brachte, brach Tim Suton nach fünf torlosen TBV-Minuten den Bann mit einem beherzten Wurf ins linke obere Eck. Isaias Guardiola und Elísson vollendeten einen Drei-Tore-Lauf und brachten die Lipper nach 20 Minuten mit 9:8 zurück in Führung. In der Auszeit stellte TBV-Trainer Florian Kehrman auf das gewohnte 5:1 mit Lukas Zerbe an der Spitze um. Kurz darauf geriet der TBV gleich zweimal in Unterzahl, überstand diese Phasen aber größtenteils nicht nur schadlos, sondern baute sogar seine Führung auf drei Tore zum 13:10 aus. Andreas Cederholm und Lukas Zerbe trafen. Durch zwei verwandelte Strafwürfe von Omar Magnusson kam der Gastgeber kurz vor der Halbzeitpause wieder auf ein Tor heran.

Mit einer Johannesson-Parade und einem Elísson-Tor zum 14:12 begann die zweite Halbzeit für den TBV zunächst vielversprechend. Die Führung gab der TBV wenige Augenblicke jedoch zunächst wieder aus der Hand. Einen Drei-Tore-Lauf der Sachsen vollendete Marko Bezjak zum 14:15. Nach sehenswertem Zuspiel von Suton glich Elísson wieder zum 15:15 aus. In der Folgezeit blieb das Spiel eng, in dem der TBV bis zur Schlussviertelstunde immer in Führung lag. Als der SCM mit 22:21 in Führung ging, zückte Kehrmann die Grüne Karte und stellte wieder aufs 5:1 um. Was daraufhin folgte, war die erste Zwei-Tore-Führung des Gastgebers (49.).

Der TBV war gefordert - und bewies wie schon zuletzt Moral. Doch gerade, als Cederholm seinen Dreierpack zum 26:26 geschnürt hatte, folgte der Schreckensmoment: Ohne Fremdeinwirkung knickte Suton, mit sieben Toren Lemgos auffälligster Akteur, unglücklich weg und hielt sich das linke Knie. Für ihn ging es nicht weiter. Trotz dieses Rückschlags steckte der TBV nicht auf, Zerbe glich zunächst per Strafwurf zum 27:27 aus, behielt wenig später nach perfekt getimtem Zuspiel von Fynn Hangstein die Nerven und stellte auf 28:28. "Am Ende machen wir ein, zwei Fehler zu viel. Insgesamt wäre ein Unentschieden verdient gewesen", fasste Florian Kehrmann die Partie am Sky-Mikro zusammen. Doch bekanntlich kam es anders. Nachdem Mertens zur SCM-Führung getroffen hatte, bot sich dem TBV 40 Sekunden vor dem Ende durch Elísson die große Chance auf den Ausgleich. Doch der Ball flog rechts am Tor vorbei. Das Schlusswort zum 28:30-Endstand aus Lemgoer Sicht gehörte den Hausherren, erneut traf Mertens.

"Letztendlich muss ich der Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Sie hat alles reingepackt, jeden Rückschlag weggesteckt, gut angegriffen gegen eine gute Magdeburger Mannschaft, die sicherlich heute Fehler gemacht hat, aber nach dem Leipzig-Spiel gewinnen musste." TBV-Torwart Johannesson (zwölf Paraden) war die Enttäuschung laut TBV-Spielbericht anzumerken: "Natürlich war heute mehr drin, aber wir haben 60 Minuten Vollgas gegeben und hätten Minimum einen Punkt verdient gehabt." Die Chance auf die nächsten Punkte bietet sich schon am kommenden Donnerstag, wenn der TBV in der Phoenix Contact-Arena die HSG Nordhorn-Lingen empfängt.

TBV Lemgo Lippe: Johannesson, van den Beucken; Elísson (5/1), Kogut, I. Guardiola (1), Schagen (1), Timm, Hangstein, Suton (7), Zerbe (4/1), G. Guardiola (3), Cederholm (6), Baijens (1)

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