Offcanvas Info

Assign modules on offcanvas module position to make them visible in the sidebar.

A A A

In den Magazinen des Weserrenaissance-Museums gibt es viel zu entdecken: Ein exklusiver Blick in die Räume, die Besuchern sonst verschlossen sind.

Jedes Haus hat irgendwo solche Lagerplätze für Dinge, die man vielleicht irgendwann mal braucht. Auch ein Museum. Aber hier erzählen diese Dinge Geschichten. „Mein Lemgo“ bekommt einen exklusiven Blick hinter die Kulissen. Silvia Herrmann, Pressesprecherin des Museums, begleitet den Rundgang.

Zuerst führt uns Restaurator Eckehard Deichsel in die Steinscheune. Sie wird so genannt, weil hier die gewichtigsten Stücke lagern: Alles, was rund ums Schloss an verzierten Bau-Elementen aus Stein gefunden wurde, wird hier aufbewahrt. Erst kürzlich wurden dafür nagelneue Schwerlast-Regale errichtet und alle Stücke neu sortiert.

Zu sehen sind verzierte Bruchstücke von Säulen, Brunnenringe, riesige Kugeln, die einst Giebel schmückten, Überreste eines Kamins und viele Teile, die gar nicht mehr zugeordnet werden können. Denn das Schloss Brake wurde seit dem Mittelalter immer wieder umgebaut, alte Steine teilweise zerschlagen und als Bruchstücke neu vermauert. Was hier liegt, wurde bei Renovierungen in den 1980er Jahren gefunden.

Das Wasser kam per Fernleitung

Auffällig zwischen all den Steinen ist ein durchbohrter Holzstamm. Durch ihn floss einst Wasser: „Es gab eine Wasserleitung zum Schloss vom Piepenborn aus“, erklärt Eckehard Deichsel. Der liegt im Grenzgebiet zu Dörentrup. Zwar gab es Brunnen auf dem Schlossgelände, aber die hatten ein Hygieneproblem: Sie lagen zu nah an der Gräfte, dem Wassergraben um das Schloss, der auch als Kloake genutzt wurde. Dann besser Frischwasser per Fernleitung.

In einem anderen Raum liegen verzierte Teile von Fachwerkbalken und viele eiserne Ofentüren. Ein bemaltes Wandelement aus Holz mit Inschriften wurde bei Renovierungen in der Decke gefunden, wo es einst seinen Platz hatte weiß niemand mehr. Einen Raum weiter stapeln sich Möbel aus dem 19. Jahrhundert. Sie stammen aus Vietmeiers Mühle, neben der Ölmühle, wo es früher ein kleines Privatmuseum gab. Das ist schon lange geschlossen.

Werke von Albrecht Dürer

Mehr als 2000 Grafiken liegen in vielen Schubladen verborgenen in einem weiteren Raum, der mit einer Schließanlage gesichert ist. Thematisch sortiert warten hier Holzschnitte und Radierungen darauf, mal einen Platz in der Ausstellung zu bekommen. Einige echte Dürer-Werke werden demnächst in einer Sonderausstellung gezeigt. Sie teilen sich ihr Domizil mit historischen Karten und alten Büchern.

Auch viele Einrichtungsgegenstände gibt es noch in den Magazinen – überbordend verzierte Keramik-Gefäße, Pokale, ein Kinderbett aus Metall. Nebenan stehen Ölgemälde in Regalen. Anders als in dem Raum mit dem Metall, der gut geheizt war – damit die Luft trocken ist, gegen Rost – ist es bei den Gemälden empfindlich kalt. Sie mögen keine trockene Heizungsluft. Zum Aufwärmen geht es danach zurück ins Schloss.

Unser Rundgang in Bildern:

Unabhängigen Journalismus gibt es nicht umsonst.

Unterstützen Sie uns mit einer Spende.