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Das Geldinstitut feiert sein 175-jähriges Bestehen und punktet aktuell mit Rekordzahlen im Kreditgeschäft.

„2019 war ein zufriedenstellendes Jahr“, fasst Vorstandsvorsitzender Bernd Dabrock zusammen. Begeisterung klingt anders, aber die zinslosen Zeiten sind für Banken auch nicht einfach. Dennoch: „Wir schauen positiv in die Zukunft.“ Und zurück, denn am 1. November 1845 erfolgte in der Sparkasse Lemgo die erste Einzahlung in Höhe von 61 Talern. Bevor das gefeiert wird, blickt das Kreditinstitut auf die Zahlen aus 2019.

Die Zinsen

Die Sparkasse muss wie alle Banken inzwischen Negativzinsen zahlen: Die Europäische Zentralbank berechnet für Geldeinlagen seit September vergangenen Jahres -0,5 Prozent. An die Sparer sollen diese Kosten nicht weitergegeben werden: „Wir glauben nach wie vor, dass das für Privatkunden nicht der richtige Weg ist“, betont Bernd Dabrock. Dass es dabei bleibt kann er aber auch nicht versprechen, er hoffe es aber. Trotz Null-Zins-Niveau verzeichnete die Sparkasse 2019 Kundeneinlagen von 2,388 Milliarden Euro, 5,1 Prozent Wachstum. Diese Einlagen seien vor allem kurzfristig, erklärt Vorstandsmitglied Klaus Drücker. „Jeder, der sein Geld auf dem Konto liegen lässt, verliert 1,4 Prozent“, nennt er die Folgen der Inflation in Zeiten ohne Zinsen. Aber: „Die Kunden nehmen das nicht hin.“

Wertpapiere

Die Sparer warten nicht auf höhere Zinsen, sondern wechseln zu Wertpapieren. 620 Millionen Euro Wertpapiervermögen hat die Sparkasse 2019 verwaltet, eine Steigerung von 13,9 Prozent. Und der gute alte Bausparvertrag könnte zu neuem Glanz kommen: Die Wohnungsbauprämie ist von 8,8 auf 10 Prozent angehoben worden. Daher setzt auch die Sparkasse wieder auf diese Anlageform. Die staatliche Förderung soll Wohneigentum unterstützen.

Kredite

Niedrige Zinsen haben auch Vorteile, und so steigt weiterhin die Nachfrage nach Krediten. 600 Millionen Euro Kreditzusagen verzeichnet die Sparkasse für 2019 – 29 Prozent mehr als im Vorjahr. „Das ist ein Rekord“, sagt Klaus Drücker. Damit finanzieren die Kunden vor allem Wohneigentum, 200 Objekte hat die Sparkasse selbst vermittelt. Das hätten noch mehr sein können: „Die Nachfrage ist größer als das Angebot“.

Einsparungen

Sparen ist bei der Sparkasse aufgrund der schwierigen Situation auch im eigenen Haus Thema. So wurden die Sach- und Personalkosten um 2,9 Millionen Euro gesenkt. Dazu kommt digitale Technik zum Einsatz. Als Beispiel stellt Vorstandsmitglied Bernd Brummermann Pen-Pads vor, auf denen Kunden digital unterschreiben können. Die Verträge müssen nicht mehr ausgedruckt werden.

Online Banking

Rund die Hälfte der Kunden führt das Girokonto inzwischen online, um 6 Prozent ist dieser Anteil 2019 gestiegen. Auch die App nutzen inzwischen 22.974 Kunden. Kreditkarteninhaber können jetzt auch Apple Pay nutzen. Aber während auf der einen Seite möglichst viele Bereiche des Bankgeschäfts online funktionieren müssen, bleibt die Bedeutung persönlicher Beratung bestehen, betont Bernd Dabrock.

Personal

524 Mitarbeiter beschäftigt die Sparkasse Lemgo in 19 Filialen, dazu kommen 32 Auszubildende. Daran soll sich nichts ändern: „In diesem Bereich werden wir unseren Mitarbeiterstand halten“, sagt Bernd Dabrock. Denn die persönliche Beratung sei nicht zu ersetzen: „Es gibt auch immer Fragen zu den Produkten“, bestätigt Klaus Drücker.

Engagement

Als öffentlich-rechtliches Kreditinstitut fühlt sich die Sparkasse Lemgo weiterhin verpflichtet, Sport, Kultur und Gesellschaft vor Ort zu fördern. Rund 200 Veranstaltungen wurden so 2019 unterstützt, eine Million Euro hat das gekostet. Dazu kommt eine neue Stiftungsprofessur an der Fachhochschule. 2,5 Millionen Euro werden voraussichtlich an die drei Träger, die Städte Lemgo und Bad Salzuflen sowie der Kreis Lippe, ausgeschüttet – hierzu ist die abschließende Prüfung aber noch nicht erfolgt.

Ausblick

Nach der Furion der Sparkassen Blomberg und Paderborn-Detmold hat eine Randbemerkung von Landrat Dr. Axel Lehmann zu einer fiktiven „Sparkasse Lippe“ die Lemgoer CDU auf den Plan gerufen. Der Verbandsvorsitzende Claus Cieciera betonte in einer Pressemitteilung, die Sparkasse Lemgo habe „genau die richtige Größe“ – und das sieht auch Bernd Dabrock so. Mit einer Bilanzsumme von 3,183 Milliarden Euro liege die Sparkasse Lemgo sogar über dem OWL-Durchschnitt von 2,2 Milliarden. „In der Größe, in der wir gerade sind, fühlen wir uns wohl.“ Eine Zusammenarbeit wird aber mit der Volksbank geprüft, die vermehrt auf Selbstbedienungs-Filialen umstellt.

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