Offcanvas Info

Assign modules on offcanvas module position to make them visible in the sidebar.

A A A

Bei pandemiebedingten staatlichen Förderprogrammen werden Großsportvereine bisher kaum berücksichtigt.

Auch wenn Patrick Busse, Geschäftsführer des Turnverein Lemgo von 1863 e.V. bisher dankbar und froh über die Treue 'seiner' Mitglieder ist: „So langsam geht es an das Eingemachte.“ Lippes größter Sportverein hat einen deutlichen Mitgliederrückgang zu verzeichnen, auf rund 12% der bisher 3.400 Mitglieder kann der TV Lemgo nicht mehr zählen. „Das bewegt sich im normalen Bereich, eine solche Fluktuation ist üblich“, so Patrick Busse. Allerdings seien durch die pandemiebedingte Schliessung keine neuen Mitglieder dazu gekommen. Zudem fallen Einnahmen durch Reha Maßnahmen und Kursangebote weg. Auf staatliche Unterstützung können Großsportvereine bisher nicht zählen. Bedauerlich, meint der Geschäftsfüher des TV Lemgo und äußert sich in einer Pressemitteilung:

„Die aktuelle Situation ist für sämtliche Sportvereine schwierig und herausfordernd. Für Verein mit eigenen Sportanlagen und Arbeitgeber-Verantwortung sind die existenzbedrohenden Folgen jedoch deutlich größer. Der TV Lemgo ermöglicht vereinsgebundene Sportangebote, die ohne die größtenteils selbstfinanzierte Infrastruktur (TV-Halle, Vereinssportzentrum sowie hauptamtliche Trainer*innen und weitere Mitarbeitende) nicht realisierbar wären. Damit trägt er als gemeinnütziger Sportverein zur allgemeinen Daseinsvorsorge in Lemgo und Umgebung bei. Neben vielfältigen Angeboten für die ca. 3.000 Mitglieder kann der TV Lemgo mit zahlreichen Programmen und Kooperation, z.B. „Heidelberger Ballschule an Grundschulen“, „Pilotverein Integration“, „Partnerverein Bewegungskindergärten“, „Sportplatz Kommune“ oder „Bewegte Alten- und Pflegeeinrichtungen“ als kompetenter Partner von vielen gesellschaftlichen Bereichen auch außerhalb des „klassischen“ Vereinssports zur Lebensqualität in der Alten Hansestadt beitragen.

Voraussetzung hierfür ist u.a. eine solide Finanzierung aus Eigenmitteln. Dieses Fundament bricht aktuell zusehend weg und bedroht die Fortführung der genannten Projekte, Angebote und der hierfür vorhandenen vereinseigenen Infrastruktur existenziell. Vorhandene Förderprogramme sind im Wesentlichen auf kommerzielle Wirtschaftsbetriebe zugeschnitten und sind für gemeinnützige Sportvereine wenig hilfreich. Mit dem Positionspapier möchte sich der TV Lemgo auch, gemeinsam mit den anderen Großvereinen, in die politische Debatte einbringen und gerne an konstruktiven Lösungen für eine dauerhafte Überlebensstrategie des breit gefächerten Vereinssports in NRW und vor Ort mitarbeiten. Die aktuelle Sicherheit und langfristige Gesundheit der Bevölkerung sind dabei selbstverständlich zentral zu berücksichtigende Kriterien.“

Er hofft auf angemessene Berücksichtigung der gesellschaftlichen Funktion des Sports und die Anerkennung der ehrenamtlichen Arbeit der vielen Mitglieder. Es gehe am Ende auch um Arbeitsplätze, meint Busse noch und wünscht sich eine Kompensation der Beitragsausfälle durch künftige Förderprogramme. Kommerzielle Sport- und Fitnessanbieter erhalten zumindest teilweise einen Ausgleich, wobei er keine Neiddiskussion aufkommen lassen möchte: „Wir sitzen schliesslich irgendwie doch alle in einem Boot.“

Hier geht es zum Positionpapier der Grosssportvereine NRW

Unabhängigen Journalismus gibt es nicht umsonst.

Unterstützen Sie uns mit einer Spende.