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Die ersten 3.000 Impfungen wurden verteilt. Für einige Lemgoer ist das zu spät: Vier Menschen sind in der Alten Hansestadt gestorben.

In keiner lippischen Kommune gab es heute so viele neue Fälle wie in Lemgo: 14 positive Tests, während im Kreisgebiet die Zahlen insgesamt sinken. Fünf Betroffene sind in Lippe gestorben, vier von ihnen kamen aus Lemgo. Die hohen Zahlen gehen unter anderem auf Infektionsgeschehen im St. Loyen Zentrum in der Leopoldstraße mit mehr als 50 Fällen und auf Infektionen in Eben-Ezer zurück. Hier sind der Verbund Entrup und das Lina-Topehlen-Haus mit jeweils mehr als 20 Fällen betroffen.

Die Inzidenzzahl im Kreis Lippe ist mit 50 Neuinfektionen auf 122,9 gesunken (Stand 5. Januar). Eine Lockerung der Maßnahmen sei dennoch vorerst nicht vorgesehen, teilt der Kreis Lippe mit: "Da über die Feiertage an einzelnen Tagen keine Zahlen gemeldet wurden, können die Werte wieder ansteigen. Die 7-Tages-Inzidenz kann in den kommenden Tagen wieder deutlich ansteigen, da jetzt alle Institutionen wieder testen und auswerten, was zur Feststellung von neuen Coronafällen führen kann."

Die Impfung gegen SARS-CoV-2 läuft im Kreis Lippe – bisher konnten rund 3.000 Personen in Alten- und Pflegeeinrichtungen geimpft werden. Bis Ende der ersten Januarwoche soll die Gesamtzahl auf 4.000 Impfungen ansteigen. Die Impfung von Bewohnerschaft und Mitarbeitenden in Alten- und Pflegeeinrichtungen konnte dabei so organisiert werden, dass bis zum Jahresende 2020 in 26 Alten- und Pflegeeinrichtungen geimpft wurde und in der ersten Januarwoche 2021 weitere 20 Einrichtungen folgen werden.

„Die Leistung der Akteure der Pflege sowie der mobilen Teams rund um den Jahreswechsel ist beachtlich. Bei kurzem zeitlichen Vorlauf haben nicht wenige Hausärzte, medizinische Fachangestellte, Heimleitungen und Pflegekräfte auf ihren Urlaub verzichtet, um die Impfungen auch an Feiertagen und ‚zwischen den Jahren‘ zwischenmenschlich zu begleiten sowie medizinisch die Impfe zu geben“, erklärt Dr. Hans Christian Körner, Leiter der Bezirksstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), in einer Pressemitteilung. Die Akzeptanz für die Impfungen sei relativ hoch, die Impfaktion verlaufe sehr gut und der Impfstoff sei gut verträglich. Bisher seien keine Komplikationen im Zusammenhang mit den Impfungen aufgetreten.

Die Impfdosen stehen in einem zentralen Lager für das Land NRW bereit und können je nach Verfügbarkeit abgerufen werden. Der Kreis Lippe wird auch weiterhin zusammen mit der KVWL die Impfstoffbestellungen koordinieren.

Zunächst sind ausschließlich die mobilen Teams, bestehend aus jeweils einem Hausarzt und einer medizinisch Fachangestellten, in der medizinischen Verantwortung der Kassenärztlichen Vereinigung in den Pflegeeinrichtungen aktiv. Bei der Organisation der Impftermine wird ebenfalls die Empfehlung des Robert Koch-Instituts, der Ständigen Impfkommission (Stiko) und des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) berücksichtigt, Impfungen erst vier Wochen nach einem Ausbruchsgeschehen zu verabreichen. Dadurch können sich Terminverschiebungen bei den Impfungen von einzelnen Personen oder ganzen Pflegeeinrichtungen ergeben. Die Impfungen werden aber nachgeholt. Eine Anfrage des Gesundheitsamtes beim MAGS, den Zeitraum auf zwei Wochen zu verkürzen, läuft.

Die Hoffnung auf den Start des Impfzentrums am 15. Januar sinkt mit jedem Tag. Alle lippischen Akteure wollen dort möglichst schnell, parallel zum Einsatz der mobilen Teams, eine oder mehrere Impfstraßen des Zentrums innerhalb der Phoenix Contact-arena nutzen. Dafür braucht es einen kontinuierlichen Zulauf an Impfdosen über die Chargen für die aktuelle Impfung in Alten- und Pflegeheimen hinaus. Für den Januar sind für Lippe wöchentliche Chargen von rechnerisch 2.000 bis 3.000 Impfdosen in Aussicht gestellt. Diese sollen für die Impfung in Pflegeeinrichtungen, Impfstellen und Krankenhäusern abgerufen und verteilt werden. Dies würde dann auch die Option eröffnen, über 80-Jährige im Impfzentrum zu impfen.

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