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Lippe liegt in OWL an der Spitze. Der Kreis begündet das mit der Teststrategie.

Im Kreis Lippe gibt es insgesamt 3.759 bestätigte Coronafälle, damit sind seit gestern 158 weitere Infektionen bekannt. 2.541 Personen sind wieder genesen. 41 Betroffene sind verstorben. Eine 91-Jährige, die das Corona-Virus in sich getragen haben, ist verstorben. Aktuell sind 1.177 Personen in Lippe nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. In Lemgo gibt es seit gestern 10 neue Infektionen, der Anstieg liegt damit im Rahmen der vergangenen Tage. 102 Lemgoer sind derzeit infiziert.

Die Inzidenzzahl für den Kreis Lippe beträgt derzeit
238,3 (Stand Freitag, 20. November, 0 Uhr). Der Wert für NRW ist 166,5.

Im Vergleich zwischen den ostwestfälischen Kreisen nimmt Lippe aktuell die Spitzenposition ein. Die Anzahl der aktiven Fälle und der hohe Inzidenzwert werden kontrovers diskutiert im Kreisgebiet. Dabei wiederkehrende Fragen, wie sich die Infektionen verteilen und welche Teststrategie aktuell umgesetzt wird.

„Je mehr Infektionsketten wir erkennen, desto mehr können wir unterbrechen und desto effektiver können wir tatsächlich dem Virus begegnen“, stellt Landrat Dr. Axel Lehmann in einer Pressemitteilung klar. „Unsere Teststrategie im Kreis Lippe soll insbesondere Risikogruppen schützen. Dafür setzen wir klare Prioritäten, die auch über die Strategien des Robert Koch-Instituts (RKI) und der anderen Kreise hinausgehen“, erklärt Lehmann weiter.

Der Blick auf die Statistik zeichnet ein ernstes Lagebild, insbesondere im Vergleich mit Nachbarkreisen. Das wirft auch die Frage auf, warum die Zahlen in Lippe höher sind und ob das nicht doch an einzelnen Hotspots liegt. In der Kommunikation hat sich in den vergangenen Tagen der Begriff „diffus“ für die Beschreibung der aktuelle Lage verfestigt. Die Begrifflichkeit hat das Land im Zusammenhang mit Gefahrenstufen in der Coronaschutzverordnung geprägt. Diffus heißt unklar. Und damit ist gemeint, ob sich im Lagebild das Infektionsgeschehen auf einen oder wenige Hotspots beschränkt und sich damit auch die Infektionsketten klar nachverfolgen lassen – oder eben nicht. Trotz der Angabe „diffus“ ist die Lage in Lippe klar: Es gibt keine einzelnen und großen Ausbruchsherde, sondern viele unterschiedliche kleine Infektionsgeschehen, die in der Summe zu vielen aktiven Fällen führen.

In Lippe sind Coronafälle im Zusammenhang mit über 80 Einrichtungen ermittelt und dazu kommen die weiteren Fälle von Reiserückkehrern, in Familien oder aus präventiven Testungen. Somit ist das Infektionsgeschehen nicht klar einzelnen Einrichtungen oder Themen zuzuordnen. Wichtig sei daher eine klare Teststrategie, um mögliche Ketten nachzuverfolgen und hier seien die lippischen Akteure sehr aktiv. So wende der Kreis Lippe eine veränderte Teststrategie an, die nach eigenen Angaben über die Empfehlungen des RKI hinaus gehen. Zum Beispiel würden auch Haushaltskontakte von Coronafällen getestet. Kinder und insbesondere auch die Personen, die in sensiblen Bereichen arbeiten, würden getestet. Damit mögliche Infektionsketten in Einrichtungen wie Schulen, Kitas oder Pflegeeinrichtungen verfolgt werden können. Die konsequente Umsetzung dieser Strategie bringe wiederum neue Fälle mit sich. Daraus erkläre sich auch der ansteigende Inzidenzwert. Es gehe weiterhin darum zielgerichtet die Kontaktpersonen zu testen oder zu isolieren. Alle Lipper könnten mithelfen, indem sie Kontakte reduzieren und die Regeln einhalten.

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