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Die autonomen Einschienen-Fahrzeuge könnten ab 2022 im lippischen Norden fahren - und später auch bis Lemgo.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst hat sich im lippsichen Norden über das Projekt "MonoCab OWL" informiert und Geschenke mitgebracht: vier Förderbescheide in Höhe von insgesamt 3, 6 Millionen Euro wurden an die Projektpartner überreicht. Damit nehmen die innovativen Fahrzeuge jetzt richtig Fahrt auf.

Um den ländlichen Raum mobiler, wirtschaftlich stärker und damit noch lebenswerter zu machen, wurden 2016 im Rahmen der Regionale 2022 unter der Mitwirkung der Technischen Hochschule OWL vier Leitprojekte für vernetzte, autonome Mobilitätsangebote im öffentlichen Schienen- und Straßenverkehr entwickelt. Eines davon, das Projekt AutoBAHN, richtete sich an einen prototypischen autonomen Schienenverkehr von Lemgo über Dörentrup nach Barntrup. Zu diesem Projekt stieß 2018 als Partner der Verein Landeseisenbahn Lippe, der im selben Jahr den Deutschen Mobilitätspreis mit einer ungewöhnlichen Idee gewinnen konnte: dem "MonoCab".

Teststrecke in Extertal

Der Preis hat laut einer Pressmitteilung des Vereins viel in Bewegung gebracht. Inzwischen entwickelt ein großer Verbund von Partnern Lösungen für die technischen Herausforderungen – und konnte dafür nun neue Fördermittel gewinnen: Als „MonoCab OWL“ geht das Projekt in Richtung Teststrecke.

Gemeinsam mit der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe, der Fachhochschule Bielefeld, Fraunhofer IOSB und dem Kreis Lippe bringt der Verein Landeseisenbahn Lippe – als Unternehmen im Ehrenamt – die Idee auf die Schiene: Das MonoCab, eine kreiselstabilisierte Einschienenbahn, ist eine selbstfahrende Kabine auf einer historischen eingleisigen Bahnstrecke. Von diesen Kabinen fahren viele gleichzeitig in beide Richtungen auf einem Gleis ähnlich wie ein Paternoster im ständigen Umlauf – und können wie Taxis für die individuelle Fahrt ins Dorf oder in die Stadt bestellt werden. Einfach per App, rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Quasi als IPNV: dem individuellen Personennahverkehr als Erweiterung zum ÖPNV und als Ergänzung zum Auto.

"MonoCab OWL" gemeinsam auf den Weg gebracht: NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (v.l.), Stefan Witte von der TH OWL und "MonoCab"-Ideengeber Thorsten Försterling von der Landeseisenbahn Lippe vor dem Versuchsstand der TH OWL. (Foto: Peter Wehowsky)

Das innovative Projekt bedient sich dabei der vorhandenen Infrastruktur: die lange Zeit ungenutzte Bahnstrecke zwischen Lemgo und Extertal, auf der von der Landeseisenbahn Lippe heute historische Bahnfahrten stattfinden. Dieses ehrenamtliche Engagement dient dem Erhalt der Strecke als Achse für die Entwicklung im ländlichen Raum. Das Ehrenamt forscht nun auch mit zum "MonoCab OWL": Mittelfristig soll ein Testfeld auf dem Streckenabschnitt der Extertalbahn von Bösingfeld in Richtung Rinteln entstehen – ein wichtiger Baustein für das schlüssige Gesamtkonzept, das die Reaktivierung und Nutzung der Strecke zum Ziel hat.

Ein Vereinsziel ist laut Mitteilung dabei, den lebenswerten ländlichen Raum Nordlippe noch attraktiver zu machen. Als Innovationsstandort vieler „Hidden Champions“ ist die Region die perfekte Wahl für das Leuchtturmprojekt "MonoCab OWL", das mit der weiteren Förderung jetzt gewürdigt und unterstützt wird. Für eine öffentliche und dennoch individuelle Bahn, mit der die Menschen auf dem Land mobiler und unabhängiger werden.

"Gut und einfach"

Das Ziel: 2022 soll der erste Prototyp Strecke machen und die Machbarkeit des Konzepts beweisen. Minister Hendrik Wüst sagte bei seinem Besuch in Lippe: "Mobilität verändert sich gerade tiefgreifend. Mit den MonoCabs OWL wollen wir die Mobilität auf der Schiene im ländlichen Raum stärken. Unser Ziel: Brachliegende Infrastruktur wird reaktiviert, um suburbane Regionen besser an die Zentren anzubinden. Hier werden Ideen und Projekte für die Mobilität der Zukunft entwickelt."

Thorsten Försterling von der Landeseisenbahn Lippe sieht das Projekt laut einer Pressemitteilung des Verkehrsministeriums aus der Perspektive zukünftiger Kunden: „Die Zukunft der Mobilität im ländlichen Raum ist individuell. Eine Lösung muss gut und einfach sein. Sie muss intuitiv sein und sich selbstverständlich anfühlen.“

Wichtig ist dem Verein Landeseisenbahn Lippe, dass die "MonoCabs" kein Hinderungsgrund für eine Reaktivierung einer regulären Bahnverbindung zwischen Lemgo und Barntrup sind. Die Teststrecke wird nördlich von Barntrup sein, wo auf lange Sicht sowieso keine Züge fahren werden. Und bis ein Einsatz der neuen Fahrzeuge im Regelbetrieb spruchreif wird, könnten noch sehr viele Züge zwischen Lemgo und Barntrup fahren. Die Chance für eine Reaktivierung der Strecke wird jetzt in einem Gutachten geprüft.

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