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Der Lemgoer Autozulieferer Isringhausen will 450 Jobs streichen.

Erich Koch von der IG Metall Detmold bestätigte Medienberichte über den geplanten Stellenabbau, der in Lemgo immerhin mehr als ein Fünftel der 1800 Jobs betrifft. Vor zwei Wochen erst hatten sich Gewerkschaft und Konzernleitung im Tarifstreit geeinigt. In den Verhandlungen sei von Personalabbau keine Rede gewesen, sagt Erich Koch.

Isringhausen begründet den Personalabbau mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage der Branche: "Isringhausen Lemgo steht unter enormem wirtschaftlichen Druck und kämpft gegen den Ergebnisrückgang. Die Maßnahmen der vergangenen Jahre zur Anpassung des Kostenniveaus haben die benötigten Einsparungen nicht vollständig erreicht. Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie haben die negative Situation im ersten Halbjahr 2020 noch verschärft" heißt es in einer Stellungnahme der Firma.

"Das Isringhausen Schwierigkeiten hatte war klar", fasst er die vergangenen Monate zusammen. Im Tarifstreit war es unter anderem um Arbeitsverhältnisse gegangen, die entgegen getroffener Abmachungen nicht verlängert wurden. Zudem hatte Isri aus dem Tarifvertrag aussteigen wollen.

"Wir haben sämtliche Optionen sorgfältig geprüft und sind überzeugt, dass die Maßnahmen unausweichlich sind. Wir richten uns auf unsere strategischen Ziele aus und setzen im Zuge der notwendigen Kostenmaßnahmen alles daran, gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern verantwortungsvolle Lösungen zu finden“, sagt Torsten Scholder, kaufmännische Geschäftsleitung Isringhausen, in der Pressemitteilung.

Zuletzt hatte der Autozulieferer, der vor allem für Sitze für Nutzfahrzeuge bekannt ist, vermehrt auf das PKW-Geschäft gesetzt. Hier hat sich die Corona-Krise stark ausgewirkt - die Probleme dürften aber schon vorher bestanden haben, sagt Erich Koch.

Bürgermeister Dr. Reiner Austermann sagte zu dieser Nachricht: "Das ist kein guter Tag für die Alte Hansestadt Lemgo." Allerdings komme das nicht überraschend: "Keine Autos, keine Jobs", fasste er die Entwicklung auf dem Markt zusammen. Die IG Metall kündigt an, um jeden einzelnen Arbeitsplatz zu kämpfen.

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