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An der Technischen Hochschule laufen gleich mehrere Projekte, um gegen die Ausbreitung der Pandemie vorzugehen.

Alle warten auf die angekündigte Tracing-App – die einen hoffnungsvoll, die anderen besorgt wegen Datenschutz-Bedenken. Eine eigene App, die ganz ohne Datensammlung auskommt, entwickelt derzeit ein Startup in Lemgo.

Egal ob in Supermärkten, Drogerien, beim Bäcker oder in Bussen und Bahnen: überall sind mindestens 1,5 Meter Abstand einzuhalten. In der Praxis ist das gar nicht so leicht. Dies haben auch der Gründer Andreas Schröder vom Startup "Protego" und sein Entwickler Nikolaus Schauersberger erkannt und sich direkt an die Umsetzung einer App gemacht. Vergangene Woche hat das gemeinnützige Start Up „Protego“ gemeinsam mit dem Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Technischen Hochschule OWL die neue App getestet.

Die App basiert auf Bluetooth und ermittelt den Abstand zwischen Geräten. Wenn sich zwei Geräte, zum Beispiel zwei Handys von Personen, im öffentlichen Raum zu nahekommen, wird ein
Alarm ausgelöst und auf den Mindestabstand stufenweise hingewiesen. Bevor die App zum kostenlosen Download bereitgestellt werden kann, wird sie in der Testumgebung des inIT in der "SmartFactoryOWL" geprüft. „Als die Anfrage kam, habe ich direkt alles versucht, um den Test bei uns möglich zu machen. Ich finde die App hat ganz viel Potential und kann den Menschen in ihrem neuen Alltag helfen, sich richtig zu verhalten. Alles was momentan getan werden kann, um Lösungen in Zeiten dieser Krise zu finden, sollte meiner Meinung nach versucht werden“, berichtet Alexander Kuhn, wissenschaftlicher Mitarbeiter am inIT, auf der Homepage der TH OWL.

 

Corona App

Die App im Abstands-Test.

 

Auch im "FABLAB|OWL" wird geforscht. Die offene High-Tech-Werkstatt des Instituts für Wissenschaftsdialog steht sonst auch Bürgern zur Verfügung, ist aber wegen der Pandemie derzeit geschlossen. Aber gearbeitet wird trotzdem. Mit einem 3D-Drucker hat das "FABLAB"-Team rund hundert Türöffner für das Alten- und Pflegeheim Elisenstift in Barntrup hergestellt. Mit dem Türöffner kann man eine Tür aufmachen ohne die Klinke anzufassen. Er sieht aus wie ein Flaschenöffner und lässt sich in die Türklinke einhaken.

Außerdem hat das "FABLAB|OWL" Gesichtsschilde in Kooperation mit dem VDI OWL hergestellt. „Im Pflegeheim und beim Zahnarzt ist der Kontakt zwischen Personal Bewohnern und Patienten besonders eng, deshalb ist Vorsicht hier besonders wichtig und da wollen wir einfach den Helfern helfen“, erklärt Matthias Meier, Leiter des "FABLAB|OWL".

Um die Gesichtsschilde und Türöffner herzustellen, hat das "FABLAB|OWL" seine 3D-Drucker und die Digitale Nähmaschine ins Homeoffice verlagert. Engagierte Studierende wie Steffen Wenk stellen mit Hilfe der Geräte in den eigenen vier Wänden die dringend benötigten Artikel für Patienten und Bewohner her. „Ich freue mich, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln einen Beitrag in der aktuellen Situation leisten zu können“, sagt Steffen Wenk in einer Mitteilung.

Zudem hat sich das" FABLAB|OWL" dem Netzwerk „MakerVsVirus“ angeschlossen. Hier tauschen Entwicklerinnen und Entwickler Baupläne für weitere Prototypen aus. Wer etwas braucht, kann sich unter  https://www.makervsvirus.org/ melden und mit den Mitgliedern des Netzwerks Kontakt aufnehmen.

Die Hilfeleistung ist kostenfrei und finanziert sich unter anderem aus Spenden. Matthias Meier, Leiter des "FABLAB|OWL": „Wir freuen uns, über jeden, der mithilft. Wir alle wissen nicht, wie lange diese Situation noch andauert. Es tut gut, wenn wir als technische Hochschule mit unserem Wissen und unserer technischen Ausrüstung einen kleinen Beitrag dazu leisten können, Pflegekräfte und Patienten zu unterstützen.“