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Im Verkehrsausschuss wurde von der Fraktion "Bündnis 90/ Die Grünen" ein Antrag eingebracht, in der Straße „Hinter den Pösten“ insgesamt vier öffentliche Lademöglichkeiten durch die Alte Hansestadt Lemgo und die Stadtwerke Lemgo zu finanzieren. Hierzu muss die CDU Lemgo Stellung nehmen.

Auf dem Gebiet der Alten Hansestadt Lemgo gibt es eine Vielzahl öffentlicher Lademöglichkeiten, an acht Standorten werden die Ladesäulen von den Stadtwerken Lemgo betrieben. Diese befinden sich überwiegend an den Parkhäusern, am Klinikum, an der Technischen Hochschule OWL und in der Nähe unserer historischen Innenstadt. Gästen unserer Stadt soll damit die Möglichkeit gegeben werden, während eines Besuchs der Stadt ihre Fahrzeuge zu laden, um sicher wieder zurückzukommen oder ihr nächstes Ziel zu erreichen. Für die CDU Lemgo ist dies eine Maßnahme der Tourismus- und Wirtschaftsförderung. Es ist aber ganz sicher nicht die Aufgabe der Stadtwerke Lemgo, Anwohner einer reinen Wohnstraße mit Lademöglichkeiten zu versorgen. Denn hierbei ist zu berücksichtigen, dass die öffentlichen Ladepunkte in Lemgo lediglich einen Umsatz (nicht Gewinn) von unter tausend Euro im Jahr erreichen. Daher ist sicher, dass die hohen Installations- und Betriebskosten, selbst bei Ausnutzung aller Fördermittel, sich für die Stadtwerke Lemgo in Wohngebieten niemals rentieren werden. Zusätzliche Ladepunkte, auch wenn sie sich kurzfristig nicht lohnen, können nur als gut investierte Mittel im Sinne der Attraktivität für unsere Gäste von außerhalb installiert werden.

Mit der immer weiter fortschreitenden Elektrifizierung unseres Verkehrs ist nicht auszuschließen, dass dies sich in Zukunft als Geschäftsfeld herausstellt, mit der Stadtwerke Geld verdienen können. Daher können Lademöglichkeiten an zentralen Punkten in der Innenstadt eine gute Investition sein. In reinen Wohnstraßen, wie in diesem ideologisch gefärbten Antrag von Bündnis 90 / Die Grünen gefordert, machen sie keinen Sinn und sind eine Verschwendung von Geld der Stadtwerkekunden. Man kann sich hier durchaus die Frage stellen: Wenn "Hinter den Pösten" Ladepunkte eingerichtet werden, bekommen die Ortsteile auch alle einen Ladepunkt, oder Hörstmar als zweitgrößter Ortsteil gleich zwei und Lieme drei? Fakt ist, dass keiner der Ladepunkte in Wohngebieten kostendeckend arbeiten wird können. Für die Stadtwerke wird jeder einzelne Standort ein Zuschussgeschäfte sein, denn wer ein Elektrofahrzeug hat, wird dieses natürlich zu deutlich günstigeren Preisen zuhause laden. Als wenn die genannten Gründe dem Antrag nicht schon genug entgegenstehen, wird zusätzlich sogar noch gefordert, zukünftig bei allen Straßenbaumaßnahmen in reinen Wohngebieten Ladepunkte durch die Stadtwerke zu planen und zu realisieren.

Die damit entstehende gewaltige planerische und finanzielle Belastung lässt sich zwar noch nicht konkret in Zahlen fassen, widerspricht jedoch definitiv jeglicher „finanzierbarer“ Realität. Die Alte Hansestadt Lemgo hat den Stadtwerken schon zwei schwere Päckchen zu tragen gegeben, denn sie betreiben die Bäder und die Lemgoer Stadtbusse. Wir sehen es als kontraproduktiv, den Stadtwerken Lemgo den zukünftigen Investitionsspielraum in z.B. fortschrittliche und zukunftsweisende Technologien im Sinne des Klimaschutzes, damit zu nehmen. Zusätzlich sind wir der festen Überzeugung, dass Politik nicht von Eigeninteressen oder Ideologien bestimmt werden sollten, sondern von einer vernünftigen und ganzheitlichen Betrachtung der Situation sowie der Suche nach tragbaren und nachhaltigen Möglichkeiten. Die CDU Lemgo wird daher die Stadtwerke nicht beauftragen, ein defizitäres Geschäftsfeld zu betreiben.

 

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