Offcanvas Info

Assign modules on offcanvas module position to make them visible in the sidebar.

A A A

Autoren aus Eben-Ezer haben beim Wortfinder-Schreibwettbewerb gewonnen.

 

Rolf Kasten, Detlef Wegnershausen und Friedrich Borchard haben den Spaß am Schreiben und Dichten entdeckt. Auf dem  Höhepunkt der Corona-Krise im Frühjahr kam die Einladung an Klientinnen und Klienten der Stiftung, sich an dem Schreibwettbewerb des Vereins Wortfinder e.V. zu beteiligen. Die drei Herren, zwei Jahrgang 56, einer Jahrgang 47, fühlten sich angesprochen und machten sich mit ihrer Unterstützerin Ursula Jünger ans Werk. Mit Erfolg:  Ihr Text ist auf der Kalenderseite für die Woche vom 17. April bis zum 2. Mai 2021 abgedruckt. „Mein Schatten springt vor Freude“  heißt der Kalender für das Jahr 2021. Herausgegeben hat ihn Sabine Feldwieser, die den Verein zur Förderung des Schreibens  und der Verbreitung von Texten von Menschen mit Behinderungen vor 10 Jahren in Bielefeld  gegründet hat.

„Das Schreiben ist gar nicht so leicht“, sagte Friedrich Borchard. Er trug den Text bei einer kleinen stiftungsinternen Feier zur  Urkundenübergabe vor, denn die eigentlich geplante Feier mit allen Preisträgern im großen Rahmen musste ausfallen.  Vorstand Pastor Dr. Bartolt Haase hörte gespannt zu und gratulierte den Autoren herzlich, als er die Urkunden und  Blumen übergab. „Man hört gern zu und kann sich alles gut vorstellen. Das ist richtig poetisch“, sagte er. Unterstützerin Ursula Jünger beschreibt, mit welchem Feuereifer die Urheber  bei der Sache waren: „Ich kam kaum nach mit  dem Aufschreiben, so viele Einfälle waren da.“ Die Einfälle dann in eine Form zu bringen, nahm mehr Zeit in Anspruch. Dem Thema des Wettbewerbs „Licht und Schatten, Hell und Dunkel“  haben sich Rolf Kasten, Detlef Wegnershausen und Friedrich Borchard  in der Vertrautheit mit ihrer Wohnumgebung am Luhebach und mit dem Lemgoer Stadtwald genähert.  

10 verschiedene Tiere kommen in dem Text mit dem Titel „Dann heulen die Wölfe“ vor. „Die gibt es alle bei uns in der Luhe und im Stadtwald“, sagt Detlef Wegnershausen. Nun, bis auf den Wolf. Der ist hinzugedichtet. „Aber der kommt sicherlich auch noch. Es gibt ja wieder Wölfe“,  sind die Autoren überzeugt. Waschbären, Eichhörchen, Rehe, Maulwürfe, einen Fuchs und den Mäusebussard haben alle schon beobachtet.

In ihrem Text mischen die Autoren  Erlebtes und Phantasie. So hat sich tatsächlich einmal ein Fuchs  in den Keller der Wohnanlage verirrt.  Die Autoren denken an das Zuhause der Tiere und darüber nach, dass sie unseren Schutz brauchen. Vor dem Wolf müsse man keine Angst haben. „Weil wir haben die Taschenlampe. Damit leuchten  wir dem Wolf in die Augen. Dann läuft der weg.“

Auf den 52 Wochenseiten  sind Texte von Menschen mit Behinderungen aus ganz Deutschland zusammen getragen.

Das Autorentrio hat Feuer gefangen und ist  dabei, neue Texte zu verfassen. „Heraus mit der Sprache“ heißt der neue Aufruf, Texte an den Verein zu schicken. Dieses Mal geht es um Texte zu Kunstwerken von  Menschen mit Behinderungen, die sich selbst  wegen ihrer Behinderung nicht mit Worten auszudrücken können. In einem Buch werden dann die ausgewählte Bilder und Texte zusammenkommen.

Wer sich für den Literarischen Wochenkalender  2021 „Mein Schatten springt vor Freude“ interessiert: Er ist für 17 Euro direkt beim Verein zu bestellen. 

Unabhängigen Journalismus gibt es nicht umsonst.

Unterstützen Sie uns mit einem Abo oder einer Spende.