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Jung, weiblich, politisch engagiert: Das ist bei der Lemgoer Wählergemeinschaft keine Ausnahme.

Unter der Überschrift „Junge Frauen kämpfen zu wenig“ erschien voreinigen Tagen ein Artikel in der Presse. Anders sieht es in der Wählergemeinschaft „einfach Lemgo“ aus: Der Vorstand wird zu 100 Prozent von Frauen gestellt. Man könnte sagen, die Wählergemeinschaft hätte die Männerquote nicht erfüllt. Auch bei der Kandidatenliste für die Kommunalwahl stehen 10 Frauen und 10 Männer für die Wählergemeinschaft, und das ohne Quotenregelung in der Satzung. Was macht „einfach Lemgo“ anders?

Jessica Schrader, Vorsitzende der Wählergemeinschaft und Spitzenkandidatin, beschreibt es so: „Bei uns geht es vornehmlich um Lemgo und seine Bürgerinnen und Bürger, egal ob Frau oder Mann, das Ziel vereint." Auf der Suche nach einer Möglichkeit sich politisch zu engagieren, sei sie dort freundlich empfangen worden, Alter und Geschlecht spielten keine Rolle. "Es gab keinen erhobenen Zeigefinger, kein Das-Darf-Man-So-Nicht-Machen, eher bekam ich zu hören, guter Ansatz, haben wir so bislang noch nicht betrachtet, lass uns das mal probieren. Ich möchte, dass sich Studis mehr in das Stadtleben und die Politik einmischen. Mitmachen! Wir müssen die Chance nutzen, unser Leben in Lemgo mitzugestalten auch wenn es für die ein oder andere nur „auf Zeit“ ist."

Politisches, kommunales Engagement von jungen Frauen sei wichtig, aber unsichtbar in den letzten Jahren. "Wir wollen daher mit gutem Beispiel vorangehen und so vielleicht wieder mehr junge Leute, nicht nur Frauen, motivieren und einen einfacheren Einstieg bieten. Wir wollen die Hemmschwellen und Hindernisse abbauen, Selbstbewusstsein stärken und zeigen, das frau/man gehört wird, in dem wir gemeinsam lauter werden.“

Melisa Yavuz, 2. Vorsitzende der Wählergemeinschaft bestätigt dies, „diesen Ansatz, die Hemmschwelle zu beseitigen und Gehör zu finden, obwohl ich ein politischer Anfänger bin, habe ich bei einfach Lemgo gefunden und ich glaube auch, dass es mehr politisch Interessierte in Lemgo gibt, die sich beteiligen möchten, aber noch nicht den ersten Schritt gewagt haben. Wir bereuen nicht, ihn getan zu haben. Wir haben das Gefühl, bereits jetzt mitgewirkt zu haben und nicht nur unbeteiligt dabei zu stehen.“ Dieses Beispiel zeige, dass es vielleicht eher ein Problem der etablierten Parteien sei, dass der Frauenanteil aktuell nicht hoch ist, schreibt die Wählergemeinschaft in einer Pressemitteilung. Es werde sich in den Strukturen der Parteien viel ändern müssen.