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Das Weserrenaissance-Museum fordert Besucher auf, aktiv zu werden.

Sie sind orange, überdimensional groß und laden mit kurzweiligen Beschreibungen und lustigen Zeichnungen von Marc Schäferjohann alle Museumsbesucher zum Mitmachen ein. Die Rede ist von drei neuen Würfeln, die ab sofort im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in der Dauerausstellung verteilt sind und auf verschiedene interaktive Stationen hinweisen.

„Nimm ruhig Platz!“ steht beispielsweise auf einem Würfel. Die Museumsbesucher können sich an eine große Tafel setzen, sich wie bei einem Festessen am Hofe fühlen und Wissenswertes zum Thema „Tafelsitten“ erfahren. Damals gab es echte „Aufschneider“. Sie teilten den Braten in kleine Portionen und bedienten die Gäste. Wer bei einem Festmahl neben wem und an welchem Tisch saß, folgte strengen Regeln. Es war alles vorgeschrieben.

Auf dem zweiten Würfel steht in großen Buchstaben: „Probier’s doch mal an!“. An dieser Mitmachstation dürfen die Museumsbesucher nachgeschneiderte Renaissance-Kostüme anprobieren. So tolle Kleider konnten sich damals nur „stinkreiche“ Leute leisten. Die Gewänder wurden vor 400 Jahren nicht gewaschen, sondern nur gelüftet, ausgeklopft und bestenfalls parfümiert.

„Bitte recht freundlich!“, fordert der dritte Würfel alle großen und kleinen Museumsbesucher auf. Wer seinen Kopf und die Hände durch die Fotowand steckt, sieht plötzlich aus wie eine Prinzessin mit Korsett und Spitzenkragen. Ganz nach dem Vorbild von dem ausgestellten Gemälde „Het Meisje“ von Paulus Moreelse. So ein aufwändiges Kleid hatte jede Menge Unterröcke. Je mehr, desto wohlhabender war die Besitzerin.

„Dank der neuen Würfel können wir Themen wie Mode und Tafelsitten nun ganz leicht erklären“, sagt Museumsdirektorin Dr. Vera Lüpkes in einer Pressemitteilung. Zum Glück weiß das Haus seit Jahren finanzkräftige Partner an seiner Seite, für die Kunst eine echte Herzensangelegenheit ist. Der Förderkreis Kultur, bestehend aus der Sparkasse Lemgo und der Lippischen Landes-Brandversicherungsanstalt, stellt dem Museum daher jährlich einen fünfstelligen Betrag zur Verfügung. Ein Teil davon floss nun in die drei neuen überdimensionalen Würfel zum Anfassen und Mitmachen. Fünf weitere befinden sich bereits im Museum – ebenfalls finanziert vom Förderkreis Kultur.

So kann man beispielsweise beim Thema Kupferstich etwas in eine Platte ritzen oder beim Thema Architektur eine Brücke aus Holz bauen. Interaktion ist eben angesagt – gerade auch in den Ferien. Die Dauerausstellung inklusive Mitmachstationen kann man dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr besuchen. Der Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist frei.