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Die Wählergemeinschaft hat sich zur dritten Kraft im Stadtrat gemausert. Sie steht für sachbezogene Entscheidungen und Sparsamkeit.

Das Wahlprogramm der Wählergruppe „Bürger für Lemgo“ (BfL) fällt durch die eingebauten Portraits auf. Zu jedem Thema gibt es einen Experten aus dem zuständigen Ausschuss. Das spiegelt die Individualität wieder, die auch besagt: Fraktionszwang gibt es nicht, aber eine gemeinsame Linie. Grundsätzlich gehe es bei jeder Entscheidung um die Sache.

„Die BfL im Allgemeinen hat sich ein bisschen zum Hüter der Finanzen erkoren“, sagt der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Sieweke. Eine Aufgabe, die in der Krise noch wichtiger sei. Sparpotenzial sehen die Bürger für Lemgo unter anderem in den vielen teuren Gutachten. Als Beispiel nennt Klaus Kramm aus dem Ausschuss für Wirtschaft und Stadtentwicklung das Gutachten zur Platzierung von Fahrradständern in der Mittelstraße: „Da geht man einmal durch und guckt und gut ist es.“

Die Corona-Krise sehen die Bürger für Lemgo als große Herausforderung. Dennoch sei ein „ausgewogener Gleichklang zwischen Ökologie und Ökonomie alternativlos“. Etwa in Sachen Gewerbegebiet Lieme, wo der Flächenverbrauch bei einer Entwicklung des Reststücks in keinem Verhältnis zur tatsächlich nutzbaren Fläche stünde. Zumal es dort den besten Ackerboden in ganz Lemgo gebe.

Verkehrsleitplan für Lemgo

In Sachen Verkehr stehen die Bürger für Lemgo hinter der Erweiterung der Westumgehung im Norden der Stadt. Und grundsätzlich müsste bei jedem Bauvorhaben, etwa Schulneubauten oder der Nachverdichtung in vorhandene Wohngebieten, die Infrastruktur berücksichtigt werden: Schaffen die vorhandenen Straßen den zusätzlichen Verkehr? „Wir brauchen einen Verkehrsleitplan“, sagt Heinz-Werner Dubbert.

Die BfL gestalten längst mit in Lemgo. „Der Kreisel in Brake an der Liebigstraße war unsere Idee“, betont Dubbert. Insgesamt sollten alle Verkehrsteilnehmer gleichwertig berücksichtigt werden. Kritisch sehen die Bürger für Lemgo allerdings die Erweiterung der Bahnverbindung Richtung Barntrup, das sei zu teuer. Besser sei, moderne Alternativen wie die Monocabs voranzubringen.

Kunstrasen und Breitband

Und nachdem die Kernstadt in den vergangenen Jahren aufgehübscht wurde, seien nun die Ortsteile dran – bei zukünftigen Investitionen sollen sie stärker berücksichtigt werden. Gerade auch in Sachen Sport, wo die Wählergemeinschaft einen Kunstrasenplatz im Lemgoer Westen unterstützt.

Wichtig ist der BfL das Thema Bildung. „Unser Schulsystem ist wirklich gut“, betont Wolfgang Sieweke, gerade weil es hier auch noch eine vollwertige Hauptschule gebe. Deren Selbständigkeit gelte es zu erhalten. Für die Kleinen wollen die Bürger für Lemgo den Kindergarten-Freibetrag erhöhen, denn die Kita-Gebühren seien ein Standortfaktor.

Für die Ortsteile entscheidend sind noch die Themen Gesundheit – da soll das Konzept „Gesundheitskiosk“ ausgeweitet werden – und Digitalisierung. Konkret: Breitband für alle, auch auf dem Land, und eine Bürger-App, die über wichtige kommunale Themen wie Wohnraumangebote und ÖPNV informiert und eine Chatfunktion umfasst.

Das Wahlprogramm online gibt es hier.

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