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Beim Jahresempfang der CDU diskutieren Vertreter unterschiedlicher Parteien über Lemgos zukünftige Politik.

Die Kommunalwahl wird in diesem Jahr in Lemgo mit besonderer Spannung erwartet. Nicht nur, weil es definitiv einen neuen Bürgermeister geben wird; mit zehn antretenden Parteien und Wählergruppen ist die zukünftige Zusammensetzung des Rates so ungewiss wie noch nie.

Beim Jahresempfang der CDU war das dann auch das beherrschende Thema: Wie kann die politische Arbeit unter diesen Vorzeichen künftig aussehen? Zur Diskussion waren nicht nur CDU-Politiker zu Gast.

Ein Novum ist auch, dass ein parteiloser Bürgermeisterkandidat antritt. Markus Baier hat zwar die Unterstützung der CDU, aber ein eigenes Programm, das über das der Union in einigen Punkten hinausgehe, wie er betont. Sich hinter einen parteilosen Kandidaten zu stellen und damit auf einen eigenen Bewerber zu verzichten sei nicht immer das Beste für eine Partei, in diesem Fall aber das Beste für die Stadt, lobte der CDU-Kreisverbands-Vorsitzende Lars Brakhage und gratulierte der Lemgoer Union für die „mutige Entscheidung“.

Markus Baier sah in der Parteilosigkeit gerade in dieser Situation eine Chance. Zudem sei man im Lemgoer Rat bereits gewöhnt, dass man sich – ohne feste Blockbildung – immer auf einen Konsens einigen müsse. „Das ist Demokratie, dass wir in Lemgo um die Themen streiten.“ Ein Rat mit möglicherweise zehn Parteien werde „herausfordernd zu moderieren sein“.

Viele Diskussionen im Rat

In einer Diskussionsrunde fanden sich neben dem scheidenden CDU-Fraktionsvorsitzenden Dr. Harald Pohlmann und Markus Baier auch Udo Golabeck, ehemaliger SPD-Fraktionsvorsitzender und Mitgründer der neuen Wählergruppe „Soziales Lemgo“, und Andreas Epp, stellvertretender Bundesvorsitzender der in Lemgo erstmals antretenden Partei „Aufbruch C“ aus Lage, ein.

Udo Golabeck blickte zurück auf die Arbeit im Rat in der ausgehenden Legislaturperiode. Das flexible Bilden themenbezogener Mehrheiten habe gut funktioniert. Es gebe natürlich unterschiedliche Meinungen, „wir haben immer viel diskutiert.“ Auch „Soziales Lemgo“ unterstützt Markus Baier, wenn es auch Unterschiede im Programm gebe.

Für Andreas Epp stand zunächst im Vordergrund, dass „Aufbruch C“ im Rat ankommt und aufgenommen wird. „Uns ist wichtig, dass wir miteinander arbeiten“, betonte er.

Genau da sah Harald Pohlmann aber auch die Herausforderung: „Das Miteinander im kommenden Rat wird äußerst schwierig“, prognostizierte er. Und er erinnerte daran, dass es schon in der Vergangenheit oft sehr knappe Mehrheiten gab.

Ein schwieriger Job für den Moderator

Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Claus Cieciera moderierte das Gespräch. Seine Frage an die Runde: „Haben wir eine gute Streitkultur?“  An Udo Golabeck und Harald Pohlmann konkretisierte er die Frage ganz lippisch: „Wie habt ihr es geschafft euch nicht in die Köppe zu kriegen?“ Harald Pohlmann antwortete schlagfertig: „Nicht mit Mineralwasser.“

Udo Golabeck betonte die Bedeutung eines guten Moderators – und dass es am Ende auf die handelnden Personen ankomme. Dieser Moderator möchte Markus Baier werden. „Mir ist wichtig, dass ich, wenn ich gewählt werde, für alle da bin.“ Dafür sei ein offenes Ohr entscheidend.

Josef Hovenjürgen.

Als Gast war Josef Hovenjürgen, Generalsekretär des CDU-Landesverbandes NRW, nach Lemgo gekommen. Auch er mahnte, man müsse zusammenarbeiten und nicht spalten. „An dem, was sich in diesem Land abspielt, sind wie alle beteiligt. Wir können das nur gemeinsam lösen.“

Und in der Alten Hansestadt hat das bislang auch gut geklappt, wie der CDU-Landratskandidat Jens Gnisa bestätigte: „Lemgo hat einen guten Ruf“. Dass das so bleibt, wird in Zukunft wohl die Aufgabe vieler ganz unterschiedlicher Gruppen sein.

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