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Planungssicherheit gibt es zur Zeit kaum, die Gastronomie sucht verschiedene Wege aus der Krise.

Kommt eine weitere Verschärfung der Coronaschutzverordnung? Und wenn ja, welche? Müssen wir vielleicht sogar erneut schliessen? Und was unternehmen wir dagegen, das fragen sich zur Zeit viele Gastronomen. Wir haben uns in Lemgo umgehört.

Einer von ihnen hat 'den Drops schon gelutscht': Für Karl Wimmer, Schausteller und unter anderem Betreiber des Höllenfass am Kastanienwall während der Traditionsveranstaltung Kläschen, kam die Absage zur Unzeit. Er hatte schon fast alles aufgebaut, Toilettenwagen und Ware bestellt, als ihn die Absage ereilte:"Bis einen Tag davor wurde uns versichert, dass die Veranstaltung stattfände, auch unter eventuell verschärften Massnahmen. Das herumgeeiere der Politik hat mich rund 20.000 € gekostet, vom Verdienstausfall ganz zu schweigen. 40 für Kläschen verpflichtete Mitarbeiter verdienen nun kein Geld." In diesen Tagen baut er das Zelt und die Buden ab und richtet den Platz wieder her. Er ist gespannt, ob er nun auf den Ausgaben allein sitzen bleibt.

Maik Soukal vom Hotel Restaurant Stadtpalais wiederum reaktiviert sein Zelt im Innenhof. Das leicht beheizte 'Winter -Zelt' ist weihnachtlich dekoriert, drinnen gibt es Glüh-Gin und Winzer Glühwein, deftige Kleinigkeiten auf der Speisekarte runden das Angebot ab. Von Donnerstag bis Sonntag ist das Zelt jeweils von 14 - 22 Uhr bis zum 23. Dezember geöffnet. "Wir achten genau auf die Einhaltung der Hygieneregeln und der Verordnungen, wollen unseren Gästen aber auch ein wenig Weihnachtsmarkt-Atmosphäre und eine Alternative zum Kläschenmarkt bieten", so Soukal.

Die Neueröffnung der Lokalität Ostertor hat sich aus verschiedensten Gründen lange hingezogen, Kläschen sollte es soweit sein. Draußen im Biergarten war ein kleines Zelt aufgebaut, die Waren bestellt - dann die Absage der Veranstaltung. "Wir haben lange überlegt, was wir machen. Da die Lemgoer richtig gespannt auf unsere Lokal sind, haben wir uns entschieden, von Donnerstag bis Sonntag zu öffnen. So können sich Neugierige schon einmal einen Überblick verschaffen. Wir werden auch den Grill anwerfen und gegen den kleinen Hunger gibt es eine Wurst oder ein Nackensteak", das erklärt Valton 'Toni' Osmani, Betreiber des Ostertors. Geöffnet wird an den den vier Tagen jeweils um 17 Uhr. Der reguläre Geschäftsbetrieb wird dann im neuen Jahr aufgenommen.

Rosario Amico vom Eiscafé Venezia wollte einen zusätzlichen Verkaufswagen weihnachtlich geschmückt im Kirchhof St. Nicolai aufstellen, er wartet nun auf die neuen Entwicklungen die Corona-Verordnung betreffend. "Bei 2G + kann ich unser Café vermutlich schliessen, dann bleibt mir nur der Verkauf aus dem Wagen vor unserem Eiscafé", so 'Rosi'. Wie fast alle befragten Gastronomen sieht er seit Inkrafttreten der 2G Regel und dem Ansteigen der Inzidenzen (wenn die auch nach offizieller Lesart nicht mehr allein entscheidend sein sollen) einen stetigen Besucherrückgang. "Wir bleiben häufig auf dem Ärger der Auseinandersetzung mit den Gästen bei Kontrolle der Nachweise hängen, auch wenn die Meisten einsichtig sind", schiebt er nach und fragt sich, ob das nicht eigentlich Aufgabe des Staates sein solle.

 

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Rosario 'Rosi' Amico. Foto: Mein Lemgo

 

"Alle Weihnachtsfeiern sind abgesagt worden - auch die kleineren", das hat Karsten Arning vom Stadtlicht festgestellt. "Wir sehen einen Trend zu kleinen, familiären Gruppen, die sich bei uns treffen. Die Menschen sind vorsichtig, wir kontrollieren aber auch wieder sehr genau." Ob das Zelt ihm einen Vorteil biete, könne er momentan noch nicht wirklich beurteilen. Er gibt sich aber kämpferisch:"Wir haben schon so viele Monate mit Einschränkungen hinter uns - den Rest schaffen wir jetzt auch noch!"

Und es gibt auch die Mutigen, die trotz der schlechten Vorzeichen eröffnen. Das Café Mia am Waisenhausplatz beispielsweise, oder das italienische Ristorante Rossano in der Laubke. Letzten Freitag eröffnete ein 'Grieche' in den ehemaligen Räumen des China Restaurants 'Huang' an der Kreuzung Siebenlinden. Die Familie Alexandros Srilidis, ursprünglich aus Oerlinghausen, wagt den Sprung ins kalte Wasser. Mit traditioneller griechischer Küche sowie deutschen Speisen, einer Mittagskarte und viel Herzlichkeit sollen die Lemgoer im Ellada überzeugt werden. Die einzige Angst:"Hoffentlich kein Lockdown, so kurz nach unserer Eröffnung", so Chef Alexandros.

Das Le Clou 2 wirbt an der Tür mit einer neuen Be- und Entlüftungsanlage, Kathrin Lichy von der Kaffeküche bietet wieder 'Brunch- und Weihnachtsfeierboxen' zum Mitnehmen an und denkt auch über einen Lieferservice nach:"Die Umsätze sind um zwei Drittel eingebrochen, viele Stammgäste vom Mittagstisch sind wieder im Home Office. Wir müssen reagieren!" 

Die Leidenschaft, das Engagement und die Hoffnung der Lemgoer Gastronomen sind ungebrochen. Sie verdienen jede Unterstützung.

Anmerkung der Redaktion: Die Auflistung der Gastronomen nimmt keine Vollzähligkeit für sich in Anspruch. Wir von Mein-Lemgo wollen Unterstützung bieten, soweit es geht. Wer also eine Massnahme oder eine Aktion publik machen möchte, soll uns das gern unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mitteilen. Das gleiche gilt für den Handel in Lemgo, dieser ist nächste Woche unser Thema.

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Versucht weiterhin zu Lächeln: Karl Wimmer
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Maik Soukal vom Stadtpalais.
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'Toni' Osmani / Ostertor / räumt optimistisch Gläser aus
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Hoffentlich kein schlechtes Zeichen: der Kranz hing schon unter der Decke, nun ist er auf dem Boden
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Parkplatz des neuen'Griechen' an Siebenlinden
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Das Winter Zelt im Biergarten des Stadtpalais
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Mitagstisch im Ellada
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Karsten vom Stadtlicht schauft vorsichtig optimistisch in die Zukunft
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Foto Galerie: Mein Lemgo

 

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