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Mit Leidenschaft und Engagement setzen zwei Lemgoer ein hoffnungsvolles Zeichen.

Naturschutz, Nachhaltigkeit, Tierwohl: das sind alles wohltönende umd gleichzeitig oft abstrakte Begriffe. Und was soll man als Einzelner schon groß unternehmen um die Welt zu retten?

Man muss aber gar nicht immer das ‘ganz große Rad drehen': eine gute Idee, jemand der die Menschen zum richtigen Zeitpunkt zusammenbringt und ein wenig hartnäckiges Engagement genügen manchmal, um etwas in Bewegung zu setzen. 

Auf einer Wanderung durch das Lipperland entdeckte ich (Michael Pitt - Autor dieser Zeilen) vor rund zwei Jahren einen ’Bienenfutterautomaten’ in Bavenhausen und war von diesem Automat so begeistert, dass ich im Lippe-Magazin darüber schrieb. Die Resonanz war mäßig, die Zeit anscheinend noch nicht reif. Das änderte sich, als ich vor zwei Monaten bei einer Wanderung den Automaten erneut sah und dem Lemgoer Immobilienmakler Sven-Eric Bierhenke bei einem Treffen davon erzählte. 

Er war sofort begeistert und konnte sich vorstellen, ebenfalls so einen Automaten aufzustellen. Mittlerweile hatte sich auch die Politik dieses Themas angenommen, allerdings bisher ohne zählbare Ergebnisse. Der Antrag von SPD und Bündnis90/Die Grünen im Umweltausschuss war von den anderen Fraktionen sehr kontrovers aufgenommen worden, man einigte sich erst einmal auf Gespräche mit Privatinitiativen. Felix Rullmann, Ratsmitglied (SPD) wollte Bewegung in die Sache bringen und erklärte sich bereit, eine großzügige Summe für die Realisierung privat zu spenden. Die Redaktion Mein-Lemgo hörte davon und arrangierte ein Treffen zwischen ihm und Herrn Bierhenke. Bei dem Gespräch wurde erörtert, welche Art von Automaten und Saatmischungen  in Frage kämen, wer die Automaten wartet und wo sie aufgestellt werden, und von wem sie befüllt werden sollten.

 

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Seedballs, Erklärung. Foto: Mein Lemgo                                                    

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Seedballs, in Natura. Foto: Mein Lemgo

 

Sven-Eric Bierhenke und Felix Rullman trieben das Projekt voran und entschieden sich für zwei Varianten. Um zeitnah etwas vorweisen zu können, arbeitete Herr Bierhenke mit Bienenretter.de zusammen, diese boten ein Gesamtkonzept aus Befüllung und Automat an. Allerdings muss man hier mit höheren Kosten rechnen und Plastikkapseln in Kauf nehmen, in welche die Wildblumensaat (das künftige Bienenfutter) verpackt ist. (Die Kapseln können allerdings auch zurückgegeben und recycelt werden). 

Parallel dazu erwarben und renovierten die beiden drei weitere ausrangierte Automaten und stellten den Kontakt zu der Seedball-Manufaktur in Dörentrup her. Bei den Seedballs fällt die Plastikverpackung weg und wird durch eine Lehmschicht ersetzt; sie sind also deutlich umweltfreundlicher als die Plastikkapseln. Die Manufaktur arbeitet mit der Lebenshilfe Bega und Detmold zusammen und ist regional erreichbar, zwei weitere Vorteile. 

 

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v.l. Herr Rullmann, Frau Ulrike Struck (Seedball-Manufaktur) und Herr Bierhenke beim Gespräch in der Manufaktur. Foto: Mein Lemgo

 

Frau Ulrike Struck von der Seedball-Manufaktur zeigte sich der privaten Initiative gegenüber sehr aufgeschlossen. Sie versorgte alle Beteiligten mit nützlichen Informationen (so könnten die Automaten im Winter beispielsweise mit Kaltblühern oder Vogelfutter befüllt werden), und wird die Initiative mit stark vergünstigten Konditionen beim Kauf der Seedballs unterstützen. Die drei Automaten sollen Interessenten gegen eine geringe Schutzgebühr überlassen werden, diese kümmern sich im Gegenzug um die Befüllung und Wartung. Das gesamte Projekt ist nicht gewinnorientiert, es wird alles zum Selbstkostenpreis abgewickelt.

Wer also Interesse am Aufstellen eines Bienenfutterautomaten hat, der wendet sich gern an Herrn Bierhenke und Herrn Rullmann, oder er sendet eine kurze Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Unter Umständen können auch über die bisher angeschafften Automaten hinaus noch weitere besorgt werden.

„Mir war es wichtig zu handeln, und nicht nur zu diskutieren. Außerdem haben diese Automaten eine nicht zu unterschätzende Signalwirkung und sind auch ein Symbol: unser Lemgo ist bienenfreundlich!“, so Felix Rullmann. Sven-Eric Bierhenke ergänzt:“ Wir wollen ein niederschwelliges Angebot machen, für nur 50 Cent kann jeder etwas bewegen. Im Übrigen hoffe ich auch auf einen Denkanstoß: wenn im Garten die gesäten Wildblumen dann blühen, wird beim nächsten Rasenmähen vielleicht ein Blumenfenster stehen gelassen.“



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