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Zur Deutschen Einheit gibt es derzeit eine Ausstellung im Rathaus zu sehen.

Der Umgangston ist locker und herzlich zwischen Lemgos Bürgermeister Dr. Reiner Austermann und Klaus Schmotz, Oberbürgermeister von Lemgos Partnerstadt Stendal. In diesem Jahr sind die Vertreter der Partnerstadt kurz vor dem 30. Jahrestag der Deutschen Einheit zum alljährlichen Verwaltungsaustausch nach Lemgo gekommen. Und sie haben etwas mitgebracht.

Es handelt sich um Briefmarken. In Form von stark vergrößerten Abbildungen erzählen sie die Geschichte von Trennung und Wiedervereinigung auf besondere Weise, zeigen den Wettbewerb der Systeme – die sich beide in Motiven für ihren industriellen Fortschritt feiern – und auch die Gemeinsamkeiten, wenn man sich auf gemeinsame Traditionen besinnt.

Ergänzt wird die Briefmarken-Schau, die der Potsdamer Wilhelm K. H. Schmidt zusammengestellt hat, durch Plakate, die noch einmal die Zeit der Wende in Erinnerung rufen. Die ersten Proteste und Demonstrationen, deren Ausgang damals ungewiss war. Der Mauerfall, die Einführung der D-Mark in den neuen Bundesländern, Angst, Aufbruchstimmung, Jubel.  Die Plakat-Ausstellung „Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit“ stammt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und des Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer.

Fröhliche Runde: Die Treffen der Partnerstädte Lemgo und Stendal sind längst von echter Freundschaft geprägt. Distanz wird nur wegen Corona gewahrt.

Die Städtepartnerschaft, die heute mit herzlicher Freundschaft gelebt wird, nahm ihren Anfang 1988. Diese Zeit hat beide Seiten geprägt, schon indem sie solche Treffen überhaupt ermöglichte. „Der 3. Oktober 1990 hat unser aller Leben verändert. Unser Leben ist viel reicher geworden“, blickte Reiner Austermann auf den „Glückstag für Deutschland und für Lemgo“ zurück. Beim Anblick der Bilder in der Ausstellung falle einem so manches wieder ein.

Klaus Schmotz hatte diese Entwicklung auf der anderen Seite der Mauer erlebt. „Der Strukturwandel war für viele im Osten nicht ganz einfach“, erinnert er sich. Aber heute sei man glücklich, dass es so gekommen ist. Auch für die Freundschaft der beiden Städte, die auch zu vielen treffen von Bürgern geführt hat.

Torsten Buncher, Vorsitzender der Lemgoer Partnerschafts-Gesellschaft, betonte, die Einheit müsse immer wieder neu erschaffen werden. Und auch Rüdiger Hell, stellvertretender Vorsitzender der Stendaler Partnerschaftsgesellschaft, erinnerte sich an die Jahre um die Wende und die ersten Demonstrationen. „Wir fragten uns nur: Wann kommt der große Knall?“ Der blieb zum Glück aus, und so sei „zusammengewachsen, was zusammengehört.“

Die Briefmarken und Plakate sind noch bis zum 14. Oktober im Lemgoer Rathaus zu sehen. Die Briefmarken befinden sich auf der Galerie.

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