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Georg Küttinger zeigt ab heute im Eichenmüllerhaus seine Werke. Er spielt mit Zeit, Raum und Perspektive.

Landschaftsfotografie kann spannend, verwirrend und unheimlich faszinierend sein. Das beweist der Münchner Künstler Georg Küttinger mit seiner aktuellen Ausstellung in der Städtischen Galerie Eichenmüllerhaus. Die Ausstellung startet heute ganz unspektakulär ohne Eröffnungsfeier. Aber der Künstler ist ebenso wie Annette Paschke-Lehmann und Lysann Rehberg vom Team Kultur der Stadt Lemgo froh, dass er seine Werke überhaupt zeigen darf.

Gerade noch rechtzeitig hatten die Lockerungen der Corona-Verordnung die Öffnung von Galerien erlaubt. Mit Mundschutz sind jetzt wieder Gäste im Eichenmüllerhaus willkommen. Zu sehen gibt es im Untergeschoss die Fotografien von Georg Küttinger. "Fotografische Arbeiten hatten wir lange nicht mehr", sagt Annette Paschke-Lehmann und freut sich, nun auch wieder diese Kunstform präsentieren zu können.

Aber es sind nicht einfach Fotografien. Der Künstler hat seine Motive zu verschiedenen Zeiten aus verschiedenen Perspektiven mit der Kamera eingefangen und neu erschaffen. „Remix“ ist daher auch der Titel der Schau. „Mich interessiert nicht das Abbild einer Landschaft, sondern die Möglichkeiten der Wahrnehmung“, erklärt Georg Küttinger.

In Venedig ist dieses Bild entstanden.

Der Münchner ist ursprünglich Architekt, und so konstruiert er seine Werke nach ausführlichen Konzepten. Wobei er Konstruktionen als dynamische Gebilde versteht, so dynamisch wie seine Standortveränderungen, die in den Bildern die Perspektive aufheben und neu erschaffen. Zum Konzept gehört für den Fotografen auch eine sorgfältige Planung, zu welcher Tages- und Jahreszeit und sogar bei welchem Wetter eine Aufnahme entstehen sollte.

So gelingt es ihm sogar, Zeit sichtbar zu machen. Etwa in dem Panorama eines Gebirges, das die einzelnen Elemente zu unterschiedlichen Jahreszeiten in einem Bild vereint. So ist auch ein farbiges Mosaik entstanden, das wie eine Detailaufnahme eines Buntglasfensters wirkt. In Wahrheit handelt es sich um Aufnahmen von Salinen auf Lanzarote, die je nach Lichteinfall und Salzgehalt in unterschiedlichen Farben erscheinen.

Die neueren Werke von Georg Küttinger zeigen abstrakte räumliche Strukturen.

Die Bilder machen daher einen zweiten und dritten Blick nötig. Eine Liste löst schließlich das Rätsel, welche Landschaft sich hinter dem jeweiligen Werk verbirgt. Denn Georg Küttinger ist viel gereist, sogar eine Gipswüste aus dem Grenzgebiet von Mexiko ist dabei. Dazu gibt es weitere, stark räumlich wirkende, abstrakte Motive, wo ebenfalls Fotografien die Grundlage sind, die in Segmenten in mehreren Plexiglas-Schichten übereinandergelegt sind.

Besucher können nach der Runde durch das Untergeschoss auch noch die Bilder von Sonja Kuprat betrachten, die ihre großformatigen Gemälde noch bis zum Ende der Ausstellung Küttingers am 28. Juni zeigt.

Die Städtische Galerie Eichenmüllerhaus öffnet ihre Türen ab heute bis zum 28. Juni wieder von Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 13 Uhr und von 13.30 bis 18 Uhr. Es gelten die Abstandsregeln, ein Mund-Nase-Schutz muss beim Besuch getragen werden.

https://www.eichenmuellerhaus.de/