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Löscheimer, Holzleitern, eine alte Wasserspritze und moderne Hightech-Schutzausrüstungen gibt es im Hexenbürgermeisterhaus zu sehen.

150 Jahre löschen, retten, bergen, schützen – darum geht es in der aktuellen Sonderausstellung im Hexenbürgermeisterhaus. Die Ausstellung gehört zu den wenigen Jubiläumsaktionen der Freiwilligen Feuerwehr Lemgo, die trotz Corona stattfinden können. Bis Anfang 2021 wird sie gezeigt.

Eine alte Stadtspritze: Löschen mit reiner Muskelkraft.

Sie bietet eine Zeitreise zu den Anfängen der Feuerwehr, als Löschen noch Handarbeit war. Mit Muskelkraft wurde die alte Stadtspritze betrieben, Eimer für Eimer Wasser herbeigeschafft. Ein Blick in die düstere Zeit des Nationalsozialismus, der auch die Feuerwehr nicht verschonte.

Und dann die Vorstellung verschiedener Ausrüstungen für heutige Einsätze, bei der unsere freiwilligen Helfer schon mal wie Astronauten aussehen. Der Betrachter ahnt, was es heißt, in solchen Anzügen auch noch körperlich aktiv sein zu müssen – etwa, um Menschen aus Gefahr zu retten.

Die Anfänge: Löscheimer aus den Ortsteilen.

Es lohnt sich, etwas Zeit mitzubringen. Zwei Filme können im Museumskino angesehen werden. Der Imagefilm ist mehr als 20 Minuten lang und zeigt die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Lemgo in inszenierten Einsätzen. Der zweite Film mit vielen Informationen zum Thema Brandschutz wird sonst auch in Schulen gezeigt.

Und dann gibt es noch neueste Technik zum Ausprobieren. Denn der Weg zum Feuerwehrmann oder zur Feuerwehrfrau führt über viele, viele Übungsstunden. Ein wichtiger, aber nicht so aufregender Inhalt: das Einsatzfahrzeug einräumen. Denn nur wer weiß, wo was liegt, hat es im Ernstfall ohne Suchen sofort zur Hand.

Virtuelle Übung: Einsatzfahrzeug einräumen per VR-Brille.

Damit nicht immer wieder ein echtes Fahrzeug aus- und eingeräumt werden muss, hat Jan Pieniak von der Hochschule OWL ein Fahrzeug und einen Teil der Gerätschaften gescannt und als dreidimensionale Modelle neu erschaffen. Mit einer VR-Brille kann man nun alles von einem Tisch holen, einräumen und bei einem Einsatz – realistisch mit brennendem Gebäude im Hintergrund – wieder ausräumen. Dabei gibt es sogar einen kleinen Wettbewerb: Wer holt die richtigen Gerätschaften am schnellsten für den Einsatz herbei?

Besucher können das an einigen Tagen unter Anleitung selbst ausprobieren. Erster Termin ist Freitag, 6. November, von 13 bis 17 Uhr. Das Museum rät zu vorheriger Anmeldung.

Jetzt hofft Museumsleiter Fabian Schröder, dass diese ungewöhnliche Ausstellung viele – und vielleicht auch neue – Gäste ins Museum lockt. Denn das Thema Feuerwehr sei nicht nur für Touristen interessant, sondern gerade auch für alteingesessene Lemgoer. „Die Feuerwehr liegt den Bürgerinnen und Bürgern am Herzen, und der Stadtverwaltung auch“, bestätigte der zukünftige Bürgermeister Markus Baier bei der Eröffnung im kleinen Kreis.

Feuerwehr heute: Beispiele für moderne Ausrüstung.

Der Lemgoer Feuerwehrchef Klaus Wegener war in diesem Fall als „Kurator“ im Einsatz, eine Aufgabe, die er mit viel Leidenschaft erfüllt hat. Mit Unterstützung des Deutschen Feuerwehrmuseums in Fulda hat er viele Original-Gegenstände arrangiert, vieles stammt aber direkt aus Lemgo. So sind alle acht Einheiten aus der Kernstadt und den Ortsteilen mit Portraits und eigenen Ausstellungsstücken vertreten. Für Familien gibt es dazu noch ein Gewinnspiel.

Mindestens bis 3. Januar wird die Sonderausstellung im Hexenbürgermeisterhaus gezeigt. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, der Eintritt ist frei. Derzeit gilt im ganzen Haus Maskenpflicht.

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