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Anne Miebach und Nadine Brokmann sind das Duo „a.mie“. Sie lieben Musik und spielen am liebsten ganz spontan.

Da haben sich zwei gefunden: Nadine Brokmann und Anne Miebach sind Lehrerinnen an der Lemgoer Südschule. Aber sie verbindet nicht nur der Beruf, sondern auch ihre große Leidenschaft zur Musik. „Am Anfang haben wir nur einfach so für uns gespielt“, erinnert sich Anne Miebach an die Anfänge. Heute treten sie professionell auf – in ganz Deutschland.

Dass sie passend zum Namen inzwischen einen Schwerpunkt auf Chansons haben, kam eher durch Zufall. Die beiden Sängerinnen wurden gefragt, ob sie ein französisches Essen musikalisch begleiten würden. Sie übten spontan französische Stücke ein. „Das ist ein Bereich, den die Leute lieben“, stellten die beiden fest.

Und so ist Musik mit dem Flair von Paris, von Rotwein, eleganter Leichtigkeit und natürlich mit „l’amour“, der Liebe, heute ein fester Bestandteil ihres Repertoires. Aber auch Rock und Pop und Singer-Songwriter-Stücke haben die beiden drauf, und beide spielen verschiedene Instrumente. Wichtig sind ihnen immer auch die Texte – und dann muss die Musik zur Stimmung passen. Da ist das Duo flexibel und stellt schon mal innerhalb einer halben Stunde etwas passend für die Gäste einer Feier zusammen.

Ganz spontan waren beide auch bereit, eine Hörprobe per Video aufzunehmen – einfach so im Wohnzimmer:

 

 

Dieses breite Repertoire und diese Flexibilität üben sie als Straßenmusikerinnen. Gerne gehen sie gemeinsam auf Reisen und finanzieren sich mit kleinen spontanen Auftritten ihre Unterkunft. Dabei war Nadine Brokmann davon zunächst so gar nicht überzeugt: „Ich dachte zuerst, das mache ich niemals“, erinnert sie sich an ihre Vorbehalte.

Bis ihre Freundin Anne Miebach sie einfach ins kalte Wasser warf, bei einer Reise nach Büsum. Mit der Feststellung, hier sei es schön, da müsse man einfach etwas singen, holte sie die Instrumente, ohne Widerspruch zuzulassen. „Da kam ich aus der Nummer nicht mehr raus“, stellt Nadine Brokmann fest, und im Nachhinein findet sie das auch gut.

"Die ehrlichste Bühne der Welt"

Heute nutzen die beiden die Auftritte in Fußgängerzonen und auf Marktplätzen gerne, um neue Stücke zu erproben. „Das ist die ehrlichste, kurzweiligste und dankbarste Bühne der Welt“, schwärmt Nadine Brokmann heute. Bleiben die Leute stehen? Gibt es eine Spende in den Hut? Vielleicht sogar spontanen Applaus? Auch hier gilt es, schnell zu erfassen, was zur Stimmung passt und zum Ort. Der will auch gut gewählt sein, um niemanden zu stören, zum Teil sind Genehmigungen nötig.

Wenn alles stimmt, entstehe eine Nähe zum Publikum, die das Duo auch bei Auftritten und Konzerten sucht. Große Hallen, davon träumen sie nicht. Dafür freuen sie sich über viele neue Freundschaften, die durch die Musik entstanden sind. Und damit passt auch wieder der Name, der „Freundin“ auf Französisch heißt.

Straßenmusik ist auch Corona-tauglich. Und so hat das Duo im Lockdown viel in Höfen von Seniorenheimen gespielt, eine Gelegenheit, für die sie im Nachhinein dankbar sind. Schließlich mussten die beiden auch einige Auftritte absagen, und ohne Musik geht es für sie einfach nicht.

Auftritt beim "Le-Kuff" am Samstag

Sehr schade war die Zwangspause auch für die beiden Chöre, die Anne Miebach im Februar gerade neu gegründet hatte. Auch hier wird sie von Nadine Brokmann unterstützt. Langsam laufen die Proben zwar wieder an, aber da gerade beim Singen in der Gruppe ein hohes Ansteckungsrisiko besteht, gelten strenge Auflagen. Das Projekt „Lemgo Voices“ soll aber weiterleben, und wenn es wieder möglich ist wird es ein Konzert geben.

Und „a.mie“ hat noch mehr Pläne. Ein A Capella-Ensemble wäre noch ein Traum der beiden, bisher fehlen dafür aber die Männerstimmen. Und Stücke aus eigener Feder haben die beiden auch noch nicht, da scheitern sie nach eigenen Angaben bisher an den eigenen hohen Ansprüchen. Außerdem gibt es dann ja doch immer wieder Anfragen, meistens ganz kurzfristig.

Etwa für das kommende Wochenende, da singen die beiden zur Eröffnung des Lemgoer Kunst-Fenster-Festivals „Le-Kuff“ um 11 Uhr am Ostertor. Auf der Straße, da sind sie wieder in ihrem Element. Die Anfrage kam erst vor ein paar Tagen, für die beiden kein Problem. Was sie singen, entscheiden sie dann wieder ganz spontan.

https://www.facebook.com/amie.musik

 

 

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