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Historische Personen stellen in zehn Geschichten bekannte Gebäude der Epoche vor. Die Dreharbeiten starten im Herbst.

Sie haben Gespräche geführt, sind Kooperationen eingegangen, haben spannende Geschichten recherchiert, Filmideen entwickelt, Reiserouten ausgetüftelt, waren auf Messen präsent, haben Flyer drucken lassen, Mitmachstationen auf den Weg gebracht und vieles mehr. Der Lippische Heimatbund, das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake, der Verein „Kulturkreis der Weserrenaissance“ sowie die Stiftung Eben-Ezer haben in den vergangenen 12 Monaten trotz Corona das Thema Weserrenaissance ein gutes Stück nach vorne gebracht. Jetzt haben sie gemeinsam eine erste Zwischenbilanz ihres Drei-Jahres-Projektes „Gesichter der Weserrenaissance“ vorgestellt.

Gut ein Jahr ist es her, dass Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Lippischen Heimatbund den Bewilligungsbescheid für das ambitionierte Projekt überreicht hat. „Ziel ist es, das reiche Baukulturerbe der Weserrenaissance vor allem für junge Leute zu erschließen - multimedial, erlebnisorientiert, integrativ“, erklärt Dr. Albert Hüser, Vorsitzender des Projektträgers Lippischer Heimatbund, in einer Pressemitteilung. Die Empfehlung, sich mit anderen zusammenzuschließen und zu vernetzen, um das Thema Weserrenaissance auch touristisch als Marke etablieren zu können, stammt übrigens von Tourismus NRW.

Aus der Fülle an Weserrenaissance-Gebäuden haben sich die Akteure zehn Objekte herausgepickt, die nicht nur die Vielfalt der Epoche widerspiegeln, sondern auch ein spannendes Netzwerk der damaligen Zeit abbilden. Dazu zählen Schloss Brake, das sogenannte Hexenbürgermeisterhaus Lemgo sowie das Rathaus mit dem einmaligen Apothekenerker in Lemgo, das Fürstliche Residenzschloss Detmold, Schloss Barntrup, Schloss Wendlinghausen, das Rathaus in Höxter, das Grabmal von Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg im Dom zu Paderborn sowie das dortige Rathaus und Schloss Neuhaus.

Um die zehn Gebäude lebendig werden zu lassen, treten historische Persönlichkeiten in Erscheinung, zwischen denen es die merkwürdigsten Verbindungen gegeben hat. Genau das ist der Stoff, aus dem lebendige Geschichten entstehen. Storytelling heißt das Stichwort, aber historisch korrekt, versteht sich. Die entsprechenden Hintergründe wurden im Laufe eines Jahres bis ins kleinste Detail recherchiert. Bücher, Fotos, Archive – alles wurde genutzt, um erzählenswerte Geschichten herauszufinden. Zehn Filme entstehen daraus. Inzwischen stehen sogar die Schauspieler, die Dialoge, die Requisiten und Kostüme fest. Gedreht wird noch in diesem Herbst.

Die fertigen Filme werden allesamt auf einer Homepage zu sehen sein, auf der man auch jede Menge Informationen zu den Gebäuden und Personen sowie etliche touristische Angebote finden wird. So kann man schon jetzt verschiedene Gruppenreisen wie „Schick und schön“, „Schein und Sein“ oder „Mächtig und prächtig“ buchen, und sich im Rahmen einer Tagestour gleich mehrere Weserrenaissance-Gebäude ansehen und erläutern lassen. In Kooperation mit dem Teutoburger Wald Tourismus ist ein Salesguide veröffentlicht und über verschiedene Kanäle erfolgreich beworben worden.

Auf einer tiefergehenden Ebene der Homepage erwartet die Nutzer ein „virtuelles Museum“ mit einer Inventardatenbank und wissenschaftlichen Erkenntnissen des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake zum Thema Weserrenaissance aus den vergangenen 30 Jahren.    

Doch damit nicht genug: Ganz real, vor Ort gibt es an einigen Orten schon sprechende Mitmachstationen -  so zum Beispiel im Foyer des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake. Da kann man beispielsweise an einer Kurbel drehen und schon plaudert Graf Simon VI. aus dem Nähkästchen. Vor dem Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo wird es in Kürze einen sogenannten Audionetic geben, eine Säule, bei der man auf ein Pedal tritt und die Bauherrin Lisbeth Fürstenau somit zum Sprechen bringt. Die Stadt Höxter denkt über eine wippende Bank gegenüber vom Rathaus nach. Auch die Dompropstei in Paderborn hat bereits ihre Mithilfe angekündigt. „Das Projekt kommt gut an, es wird von vielen Seiten unterstützt, es wächst und gedeiht“, sagt Dr. Vera Lüpkes, Direktorin des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake.

Die Werbetrommel ist ebenfalls angelaufen. Inzwischen gibt es ansprechend gestaltete Werbeflyer, Roll-Ups, lustige Give-aways in Form von Stiften, Quietscheenten und Weingummi – allesamt mit Krönchen verziert. Inhalt und Verpackung sollen Hand in Hand gehen, darin sind sich die Kooperationspartner einig. Zwei weitere Jahre intensiver Arbeit liegen noch vor ihnen. „Wir haben viel vor und sind nach wie vor hoch motiviert“, betont Dr. Albert Hüser.

Nähere Infos unter www.lippischer-heimatbund.de und www.museum-schloss-brake.de/gesichter-weserrenaissance.

                                              

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