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In Lippe gibt es ganz große Künstler. 24 von ihnen zeigen Ihre Werke derzeit in Lemgo.

„Stark“ – das ist der Titel der Ausstellung des Lippischen Künstlerbundes im Eichenmüllerhaus. Und der Titel passt. Es gibt eine große Bandbreite von Installationen über Skulpturen und Gemälde bis zur Fotografie zu sehen – und in den Räumen ergeben sich spannende Querbezüge.

Etwa, wenn Holzelemente des einen Raumes beim Blick durch die Tür von nebenan zu einem Teil eines Gemäldes zu werden scheinen, dass dieses Material in eine beunruhigende Endzeit-Szene einbaut. „Supermarkt“ hat Klaus Zeitz sein Bild genannt, das eine zerstörte Stadt zeigt, wo die Menschen aber in einem noch geöffneten Supermarkt seelenruhig einkaufen – mit vielen Details, die die Interpretation des Gesamtbildes immer neu in Frage stellen.

„Die Ausstellung ist auch stark in ihrer Struktur und in ihren Inhalten“, sagt Jens Hoffmann vom Lemgoer Kunstverein. Und Bernhard Staercke fasst zusammen: Ich finde es sehr gelungen.“ Da eine feierliche Eröffnung derzeit nicht möglich ist, startete die Ausstellung leise mit ihren ersten Öffnungstag. Und der Rundgang lohnt sich. 24 Künstler, das ergibt eine Vielfalt, die man so selten in einer Ausstellung vereint findet. Und trotzdem passt alles irgendwie zusammen - und wirkt zugleich für sich allein.

Faszinierend auch das größte Gemälde, „Die Fügung“ von Wolfgang Kessler. So realistisch wie eine Fotografie erzählt das Bild eine Geschichte, deren Ausgang ungewiss ist. Denn der schlafende Mann auf dem lackschwarz glänzenden Flügel wirkt nur vermeintlich friedlich. Was hatte er mit der Axt vor, die an dem Instrument lehnt?

Spannender Rundgang: Jeder Raum eröffnet eine neue Perspektive und zeigt erstaunliche Querbezüge auf.

Ein Raum weiter dreht sich Igor Osters Installation „Die Flucht zum Licht“, eine großformatige, rund aufgespanntes Tuschezeichnung, die von innen beleuchtet wird und sich kontinuierlich dreht. Daneben eine Fotografie des im Juli verstorbenen Lemgoer Fotografen Reinhard Wolf und Gemälde und Collagen, die mit dem Thema „Text und Worte“ spielen.

Eine Installation beherrscht auch den nächsten Raum: aus allerhand Abfällen, Schachteln, Holzresten und sogar Verpackungen von Reinigungsmitteln sind hier zu hohen Türmen verbaut, die sich bis in den Nebenraum ausbreiten – wo sie auf die Natur treffen: Aus einem Eichenstamm hat Nils Grube fünf Objekte gesägt, die die Entwicklung von Natur zu Kultur aufzeigen und jederzeit wieder ineinander verschmelzen können. Ein Anblick der Ruhe, umgeben von Akten mit intensiver, im Fall des „Hektor“ von Henning Bertram verstörender Wirkung.

Bis zum 6. September kann die Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Eichenmüllerhauses besichtigt werden: donnerstags bis sonntags von 10 bis 13 Uhr sowie von 13.30 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, es ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

https://www.eichenmuellerhaus.de/

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