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Das Streichorchester der Musikschule hat die Bewohner des Altenzentrums mit bekannten Weisen unterhalten.

Die Musikschule ist kurz vor den Ferien weitgehend im Alltag angekommen. Mit einem kleinen Open-Air-Konzert vor den Toren des St. Loyen Zentrums bewiesen die Lemgoer Nachwuchsmusiker, dass sie auch über die Corona-Pause nichts verlernt haben.

Dabei spielte das Streichorchester „Vielharmonie“ unter Leitung von Christiane Strootmann unter erschwerten Bedingungen: „Wir hoffen, dass der Wind uns nicht ständig die Noten wegpustet“, sagte die Musiklehrerin bei der Begrüßung. Mit Wäscheklammern hefteten die Musiker ihre Hefte notdürftig fest, aber zum Teil wehte es dann die Notenständer komplett um. Trotzdem schaffte es das junge Orchester, den sonnigen Nachmittag noch schöner zu machen.

Das Publikum lauschte auf der Terrasse, auf Balkonen und hinter offenen Fenstern. Aber die Zuhörer der Pflegeeinrichtung waren auch gefordert: Nach einem Stück von Mozart wurden etliche bekannte Volkslieder gespielt, und die Senioren folgten der Aufforderung der Musiker und sangen mit. „Nun will der Lenz und grüßen“ hieß es und „Muss i denn zum Städtele hinaus.“ Beschwingte und ruhige Weisen wechselten sich ab und weckten Erinnerungen. „Bravissimo“, rief ein Zuhörer begeistert, es gab viel Applaus.

Unter freiem Himmel kann auch in großer Runde bedenkenlos musiziert werden - zur Freude der Zuhörer.

Die Leistung des Orchesters war umso beachtlicher, als Proben in so großer Runde erst seit kurzer Zeit wieder möglich sind. Nach dem Lockdown war die Musikschule zunächst mit Einzelstunden gestartet, es folgten Kleingruppen. Größere Ensembles wie dieses Orchester dürfen erst seit kurzem wieder unter Hygiene-Auflagen proben.

Inzwischen konnten fast alle Angebote wieder aufgenommen werden, sagte Florian Altenhein, Leiter der Musikschule, vor dem Konzert im Kulturausschuss. Nur die musikalische Früherziehung scheitert noch an der Gruppengröße und den Schwierigkeiten, mit den Kleinsten die Abstände zu wahren. Aber der Ausfall etlicher Wochen trifft die Musikschule spürbar: „Das wird ein deutlicher Einschnitt“, kündigte Florian Altenhein an. Die Gebühren für den Unterricht mussten zurückgezahlt werden. Allerdings sanken die Honorarkosten, da die freien Mitarbeiter lediglich Ausfallhonorare erhielten. Sonst wären die Einbußen noch höher gewesen.

Die geplanten Veranstaltungen und Konzerte mussten abgesagt werden; dafür boten Mitarbeiter der Musikschule kleine Fensterkonzerte und eben Auftritte für Seniorenheime, wie hier mit dem Orchester. Die Zuhörer freute es auf jeden Fall, und auch die Musikschülerinnen und Musikschüler hatten sichtbar Freude daran, wieder gemeinsam aufzutreten. Trotz des launischen Windes.