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Frederic Hellmann erinnert mit einer Klanginstallation an den Tod des Amerikaners George Floyd und warnt vor Rassismus.

Gerade hat Frederic Hellmann sein Studium der Medienproduktion an der TH OWL abgeschlossen. Jetzt tritt er mit einem ersten Projekt an die Öffentlichkeit – und will damit ein Statement setzen. Die Stimme erheben gegen Rassismus. Aber nicht einfach seine eigene, sondern die möglichst vieler Menschen.

Rund 170 sind es, die am 25. Und 26. Juni an verschiedenen Orten erklingen. 8,46 Minuten lang hört man aus einer schwarzen Kiste immer wieder die Worte „Black lives matter“ – mal ruhig, mal eindringlich. Erst kommen die Worte ruhig nacheinander, dann überlagern sie sich, werden dadurch noch eindringlicher, bevor sie verstummen. Wie die Stimme von George Floyd, der vor genau einem Monat durch Polizeigewalt in Amerika ums Leben kam. Sein Todeskampf dauerte genau jene 8,46 Minuten.

Rassismus soll Gesprächsthema bleiben

Der Fall George Floyd hatte weltweite Proteste zur Folge. Aber während es in den USA noch immer Unruhen deswegen gibt, widmet sich Deutschland wieder anderen Problemen. Dabei sei Rassismus hier auch präsent, sagt Frederic Hellmann. Er wollte nicht, dass die Proteste einfach so verklingen. „Wie bekomme ich diese Stimmen in die Öffentlichkeit?“ Diese Frage stellte er sich und beantwortete sie mit dieser Installation. Wer Teil davon sein möchte, kann ihm auch weiterhin die drei Worte als Sprachnachricht senden. Durch die Stimmen sei diese Mahnung etwas sehr Persönliches, sagt der Künstler. Und die Installation wächst.

Die Stadt Lemgo habe das Projekt sehr kurzfristig genehmigt, sagt Fred Hellmann. Zwei Tage lang darf er die Worte zweimal pro Stunde an verschiedenen Orten in Lemgo erklingen lassen. Laut genug, damit sie gehört werden, aber nicht so laut, dass sich die Menschen allzu sehr gestört fühlen. „Das ist ja keine angenehme Kunst“, räumt er ein. Aber das sei der Anlass ja auch nicht.

Rassismus – darüber muss man sprechen. Daran soll die Aktion erinnern. In Deutschland sei Rassismus relativ unsichtbar, aber das müsse ein Gesprächsthema bleiben. Frederic Hellmann ist deshalb immer vor Ort, beantwortet Fragen, hat Flyer mit Informationen über sein Projekt dabei. Wenn er die Möglichkeit bekommt, stellt er seine „Blackbox“ auch gerne in einer anderen Stadt auf. Und wer die Idee aufgreifen und seinerseits umsetzen möchte, dürfe das gerne tun.

 

Die Klanginstallation ist am 26. Juni an folgenden Orten in Lemgo jeweils zweimal innerhalb einer Stunde  zu hören:

11:00 Kirchhof St. Nicolei

12:00 Ostertor

15:00 Hexenbürgermeisterhaus

16:00 Wall (Abschnitt Denkmal Karla Raveh)

Wer seine eigenen Stimme erheben möchte, kann dem Künstler die Worte „Black lives matter“ als Sprachnachricht schicken (0157-32310402). Die Aufnahme wird anonym gespeichert, die Absender-Nummer direkt gelöscht, sagt Frederic Hellmann.

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