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Am Busbahnhof gibt es Abstellmöglichkeiten für Zweiräder. Wer sie nutzen will, muss sie erst einmal finden – und steht dann vor neuen Problemen.

Felix Rullmann sieht sich skeptisch um unter dem Dach, unter dem Fahrradbügel Pendlern und Reisenden den Umstieg vom Rad in Bus oder Zug ermöglichen sollen. „Ich würde mein Rad hier nicht den ganzen Tag stehen lassen“, sagt der Juso mit Blick auf sein Rennrad. Zu unsicher ist ihm die frei zugängliche Anlage.

Die Alternative schlummert im Verborgenen. Wer den Weg hinten um die Überdachung entdeckt, kommt zu eigentlichen Fahrradgarage – eine Art Keller unter der Abstellanlage. Aber da auf dem Schild oben ein Pfeil um die Ecke fehlt, finde die niemand, sagen die Lemgoer Jusos. „Die Leute denken, das hier ist schon die Garage.“

Die hier auf dem Schild genannte Fahrradgarage befindet sich unter der Abstellanlage. Wie man dort hinkommt, steht aber nirgendwo.

Das ist nur einer der Punkte, die den jungen Sozialdemokraten bei einer Besichtigung der Fahrradgarage aufgefallen sind. In einem Antrag an den Verkehrsausschuss bitten sie die Stadt Lemgo, Verbesserungsmöglichkeiten zu prüfen. Auf der Liste ist der nächste Punkt die Zugangsregelung.

Denn bisher gilt: Wer hier sein Fahrrad in der fest verschlossenen Garage diebstahlsicher unterbringen möchte, muss bei der Gebäudewirtschaft der Stadt anrufen und sich eine Zugangskarte geben lassen. Kosten: 30 Euro für ein Jahr. Für Pendler sei das günstig, aber wer die Garage spontan oder nur sporadisch nutzen möchte, für den sei das kein attraktives Angebot. Zu teuer, zu umständlich. Nur 21 Nutzer hätten derzeit eine Karte.

„Das ist ja so, als wenn man mit dem Auto ins Parkhaus fährt und dann erst bei der Stadt einen Chip für das ganze Jahr kaufen muss“, sagt Mitstreiter Torsten Rauch. Zudem stehe auf dem Schild zwar die Telefonnummer der zuständigen Mitarbeiterin bei der Stadt, aber keine Erklärung, warum man denn dort anrufen soll. Und die zuständige Person ist laut Homepage der Stadt Lemgo auch nur Montag- und Dienstagvormittag sowie am Donnerstag erreichbar.

Schwieriger Zugang: Die Rampe ist viel zu steil, kritisieren die Jusos.

Felix Rullmann hat sich eine Zugangskarte besorgt. Eine Hürde bleibt: Die Rampe ist sehr steil. Für den jungen Mann mit dem leichten Rennrad ist das lediglich unkomfortabel, aber eine Rentnerin mit einem E-Bike hätte kaum eine Chance, sicher hinunter und vor allem wieder hinauf zu gelangen.

Die Schwachpunkte seien schon ein einem Gutachten von 2014 genannt worden, sagen die Jusos. Passiert sei nichts. Bei der Stadt bestätigt Stefanie Rasche, Fahrradbeauftragte bei den städtischen Betrieben, dass es dieses Gutachten gab. Untersucht wurden damals alle Fahrradabstellanlagen in Lemgo. „Dabei ist die Fahrradgarage gar nicht so schlecht weggekommen“, sagt sie. Die Rampe sei damals allerdings schon ein Kritikpunkt gewesen.

Alternative Zugangsregelungen anzubieten für Kurzzeitnutzer, das könnte man sicherlich prüfen – falls der Verkehrsausschuss dem Antrag der Jusos folgt. „Ein paar Ideen hätten wir da schon.“ Da müssten natürlich Aufwand und Kosten ermittelt werden. Bisher koste die Unterhaltung der Anlage die Stadt „einen kleinen vierstelligen Betrag“, so die Jusos – die als Alternative zur Jahresgebühr einen Ticketautomaten vorschlagen.

Alternative: Eileen Klatt, Marius Kremming, Lasse Huxoll, Torsten Rauch und Felix Rullmann (von links) schlagen vor, auch im oberen Teil der Anlage einen abschließbaren Bereich zu schaffen.

Eine weitere Idee, die Felix Rullmann, Torsten Rauch, Eileen Klatt und ihre Unterstützer der SPD, Marius Kremming und Lasse Huxoll, einbringen wollen: Vielleicht könnte die Stadt die obere Abstellanlage zumindest teilweise mit einem Gitter schließen und auch diesen Bereich als sichere Garage anbieten. Dann entfällt der Abstieg in den gerade im Dunkeln wenig einladenden Keller, der vom Busbahnhof auch gar nicht eingesehen werden kann. Ein paar deutliche Schilder, die den Weg vom Bahnhof hierher weisen, und eine flachere Rampe – damit wäre schon viel getan.

Der Verkehrsausschuss tagt am Mittwoch, 12. Februar, um 18 Uhr im Rathaus.